NFTs (Non-Fungible Tokens) und der Hype dahinter

Wenn Sie ein digitales Non-Fundible Token (NFT) besitzen, das an ein Kunstwerk oder ein Lied gebunden ist, heißt das nicht, dass Sie es besitzen. Und dennoch kosten sie ein kleines Vermögen. Sie sind nicht alleine, wenn Sie sich nun wundern, was das soll.

NFTs sind eine neue Art von Sammlerstücken, in die Sie investieren können, um eventuell damit viel Geld zu verdienen. Diese Form von Kryptowährung erlebt derzeit einen enormen Hype und die Beliebtheit dieser digitalen Geldanlage wächst ständig. Doch im Gegensatz zu Sammlerstücken, die Sie real in der Hand halten wie Comics oder Gemälde, sind NFTs vollständig digital und an Online-Gegenstände gebunden wie ein Memes oder sogar einen Tweet.

NFTs bieten ein von einer Blockchain erstelltes Echtheitszertifikat für ein digitales Kunstwerk, ein Musikstück, ein Video und vieles mehr. Das Interesse hat einen digitalen Markt geschaffen, der im vergangenen Jahr 250 Millionen US-Dollar umsetzte. Auch das traditionelle Auktionshaus Christies versteigert inzwischen NFTs. So erreichte ein digitales Kunstwerk kürzlich 69 Millionen US-Dollar! Dieser Hype hat einen vollkommen neuen Markt geschaffen, indem immer mehr Menschen versuchen, ihre eigenen digitalen Schöpfungen als NFTs zum Verkauf anzubieten.

Doch was ist ein NFT überhaupt?

Ein Non-Fungible Token (NFT) ist ein einmaliges kryptografisches Token, das (im Vergleich zum Fungible Token wie z. B. Ethereum) nicht austauschbar ist. Das Token kann also nicht repliziert oder zerstört werden. Die meisten NFTs verwenden die Ethereum Blockchain, um die Transaktionen rund um das Token digital aufzuzeichnen. Dabei handelt es sich nicht um eine Kryptowährung wie Bitcoin oder Ethereum. Diese können gegen andere Bitcoins oder Bargeld ausgetauscht werden, NFTs nicht. NFTs werden wie Kryptowährung in einer Art digitalen Hauptbuch erfasst, in dem eine Liste der Eigentümer angezeigt wird.

Was eine NFT einzigartig macht, ist das digitale Vermögen, das an das Token gebunden ist. Dies kann ein Bild, ein Video, ein Tweet oder ein Musikstück sein, das auf einen Marktplatz hochgeladen wird. Die Technologie selbst gibt es bereits seit 2015, als Token für die Ethereum-Blockchain erstellt wurden. Die Ethereum-Community hat das ERC-721-Protocol zum Standard für Non-Fungible Tokens erklärt. Doch erst seit Februar 2021 sind NFTs zu einer großen Sache geworden. Auch andere Blockchains ziehen nun nach und entwickeln einen eigenen Standard.

Wie funktionieren NFTs?

Wo sich die meisten Geister scheiden ist die Tatsache, dass Sie nach dem Kauf eines NFT die Vermögenswerte gar nicht besitzen. Was jedoch interessant sein könnte, ist die Nutzung des erworbenen digitalen Werkes. So machte die Musikband Kings of Leon über zwei Millionen Dollar für ihr neuestes Album, das sie über NFTs verkauft haben. Der Schöpfer des Nyan Cat-Mems verkaufte eine NFT für 590.000 US-Dollar. Die Person, die den Token gekauft hat, besitzt zwar den Token, das Meme oder Album jedoch nicht. Egal, was Sie kaufen und wie viel Sie dafür ausgeben, die geistigen und kreativen Rechte gehören noch immer dem Schöpfer.

Warum geben also immer mehr Menschen viel Geld für etwas aus, das sie nicht besitzen können? Wie bei physischen Sammlerstücken gibt es auch einen Markt für NFTs. Die Käufer sind in der Regel technisch versierte Personen, die die Idee verstehen, ein digitales Gut kaufen zu wollen. In einigen Fällen möchten Käufer lediglich mit ihren digitalen Geldbörsen angeben, um zu zeigen, wie viel Kryptowährung sie haben, doch es gibt durchaus auch einige, die ein tieferes Interesse daran haben.

„Speziell für kunstbezogene NFTs gibt es aufgrund ihrer Neuheit und Kreativität der Künstler einen enormen Anstieg der Nachfrage“, sagte Jason Lau, COO von Crypto Exchange OKCoin, in einer E-Mail. „Ob es sich um eine physische Arbeit mit einer angehängten NFT handelt oder um eine vollständig digitale Arbeit, dieses neue Medium eröffnet Sammlern und Künstlern neue Möglichkeiten, um ihre Beziehung zum Kunstwerk zu erforschen.“

Wer hauptsächlich davon profitiert, sind die Künstler selbst. Dies kann sich sehr positiv auf die Musik- und Kunstszene auswirken, da auch unbekannte Talente gefördert werden können. Es muss auch keine Galerie oder Agentur zwischengeschaltet werden, die üblicherweise das meiste Geld vom Verkauf einbehalten.

Welche Arten von NFTs gibt es?

NFTs können an alle digitalen Vermögenswerte gebunden werden. So verkaufte der CEO von Twitter, Jack Dorsey, kürzlich seinen ersten Tweet als NFT für fast drei Millionen US-Dollar. Was immer Sie verkaufen möchten, solange es einen Abnehmer dafür gibt, können Sie es für NFTs verkaufen. Ob Sie damit Millionär werden, sei dahingestellt, doch um ein paar Dollar zu verdienen oder auszugeben, gibt es NFT-Marktplätze wie OpenSea.io oder Rarible.com. Dort können Sie zum Beispiel Domainnamen oder Kunst, sei es in digitaler bildlicher Form oder Musik erwerben oder verkaufen. Hier können Sie durchaus ein paar Schnäppchen finden. Einige dieser digitalen Börsen haben auch ihre eigenen Utility Tokens wie z.B. $FLOW, $RARI, $ENJ oder $TVK die enorm an Wert gewonnen haben. Es ist aktuell ein regelrechter Hype entstanden, so dass viele Investoren profitieren konnten. Wie lange dieser Hype anhält, lässt sich nicht sagen. Allerdings wird erwartet, dass im Laufe dieses und nächsten Jahres die Nachfrage nach NFTs steigt, womit auch das Angebot größer sein wird.

Welche Nachteile haben NFTs?

Der größte Nachteil sind die sehr hohen Gebühren, die für die Erstellung eines NFT erforderlich sind. Wenn Sie Ihren eigenen Token in der Ethereum-Blockchain erstellen, müssen Sie Ethereum verwenden, was sehr teuer ist. Nachdem Sie ein NFT erstellt haben, fällt zusätzlich eine Gebühr an, die für die Arbeit zur Abwicklung der Transaktion bezahlt wird. Marktplätze vereinfachen den Prozess, indem sie den Verkauf eines NFT komplett gegen eine Gesamtgebühr abwickeln.

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