Die wichtigsten Lektionen aus dem Scheitern des Silicon Valley

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@ wolterke, depositphotos.com

Das amerikanische Startup General Magic lieferte bereits Anfang der 1990er Jahre die Basis für die heutigen Smartphones. Allerdings war das Unternehmen im Silicon Valley nur kurze Zeit am Markt. Zu den ehemaligen Mitarbeitern von General Magic zählten u.a. der Gründer von Nest Labs, der Verantwortliche für die Spracherkennung von Google, der Mitbegründer und CTO von Linkedln, der Kopf von Twitter, sowie auch der für die Technologie bei Apple zuständige Entwickler.

Von dem Unternehmen General Magic haben sicherlich nur die wenigsten gehört. Schon zum damaligen Zeitpunkt wollten diese mittlerweile international bekannten Spezialisten ein mobiles Computergerät entwickeln, was jeden Menschen weltweit verbinden sollte. Ganz klar, dass diese Idee in den 90-er Jahren noch extrem Radikal war und die Menschen damals überhaupt nicht verstehen konnten, für was so ein Gerät überhaupt tauglich war. Kein Wunder also, dass die Firma durch dieses verrückteste Projekt im Silicon Valley daraufhin bankrott ging, denn vor dem Internet interessierte sich niemand für Apps, Emojis, Touchscreens oder Netzwerke. Die Geschichte von General Magic ist nicht nur ein sehr interessanter Dokumentarfilm, sondern sie zeigt uns auch sehr wichtige Lektionen, aus denen Startups, Technologen und Designer noch sehr viel lernen können.

Welchen Ratschlag haben die ehemaligen Gründer und Mitarbeiter für Startups?

In den 1990er Jahren, also noch vor dem Web, handelte es sich bei dem entwickelten Endgerät eher um einen verrückten Prototypen, der gleichzeitig Touchscreens, Chats, Messaging und E-Mail miteinander kombinierte. Es ging den Entwicklern vorwiegend darum, die Bedürfnisse der Kunden zu lösen, weshalb natürlich auch sehr viel Kapital in die Technologie investiert wurde. Nicht umsonst war das Projekt von General Magic das attraktivste Projekt im Silicon Valley. Allerdings geben die Gründer und Mitarbeiter zu, dass sie viel zu viel auf einmal gemacht haben und dabei immer ehrgeiziger wurden. Ohne Internet waren nur die wenigsten Menschen in der Lage, diese großartige Vision nachzuvollziehen. Um etwas wirklich Erfolgreiches zu schaffen, sollte nicht gleichzeitig alles auf einmal fertig serviert werden. Die Nutzer müssen den Sinn der Technologie erst einmal nach und nach verstehen können, da die Funktionalität ansonsten nicht nachvollzogen werden kann. Selbstverständlich sollten die Probleme der Benutzer gelöst werden, allerdings durch eine Implementierung in Schritten. Es ist keine Frage, dass es sich bei den meisten Entwicklerteams um sehr intelligente Menschen handelt, die in der Lage sind, unglaubliche Dinge zu produzieren. Wer allerdings wirklich erfolgreich sein will, sollte sich nicht unbedingt steif auf die Zukunftsvisionen konzentrieren, sondern auf die Benutzer, die immer an erster Stelle stehen sollten. Wer die User nicht versteht, ist in der Regel auch nicht fähig, gewinnbringend zu arbeiten. Auch die beste Idee ist zum Scheitern verurteilt, wenn sie ihrer Zeit voraus ist, was bei General Magic mit dem damaligen Smartphone der Fall war.

Ist das Scheitern dann ein Grund zum Feiern?

Sicherlich können die Gründer und ehemaligen Mitarbeiter von General Magic mit Recht auf sich stolz sein, auch wenn von dem Personal Communicator nur rund 3.000 Stück verkauft wurden und das Unternehmen in Bankrott endete. Viele Menschen allerdings können mit Misserfolgen nicht umgehen, da ihre Persönlichkeitsentwicklung stark darunter leidet. Allerdings sind auch viele Wissenschaftler der Meinung, dass Scheitern durchaus der Weg zum Erfolg sein kann. In Amerika wird mittlerweile bei Vorstellungsgesprächen nach den größten Fehlschlägen gefragt, wer keinen Misserfolg in der Karriere aufweisen kann, wird deshalb auch mit kritischen Augen betrachtet. Sie sind der Meinung, dass begangene Fehler in der Regel vermieden werden, sie sind also im Prinzip mit Narben zu vergleichen, die ein erfolgreicher Krieger aufweisen muss, da er sonst als unbeschriebenes Blatt gilt, der keine praxisbezogene Erfahrung aufweisen kann. Dies ist auch der Grund, warum im Silicon Valley die Misserfolge groß gefeiert werden. Bei X als Beispiel, dem von Google geheimen Forschungslabor, erhalten die Mitarbeiter bei misslungenen Projekten noch Prämien oder eine Beförderung. Dadurch lernen sie besser damit umzugehen und sich von ihren technologischen Visionen frühzeitig zu verabschieden, wenn sie zu abwegig ist. Angeblich steht hinter jedem erfolgreichen Projekt ein Misserfolg von ca. 100 Ideen. Obwohl sich diese Geschäftspraktiken, für die meisten von uns mehr als verrückt anhören, ist es aber auch sehr auffallend, dass die meisten Unternehmen aus dem Silicon Valley wie z.B. Facebook, Google, Apple, Amazon, Hewlett-Packard oder Tesla, es in verhältnismäßig kurzer Zeit bis zur Weltspitze schafften.

Fazit

Die meisten erfolgreichen Unternehmen im Silicon Valley wurden von Studenten gegründet, die schon in der kalifornischen Stanford Universität lernten, mit Misserfolgen glücklich umzugehen. Wer im Valley noch nicht gescheitert ist, wird meistens auch überhaupt nicht ernst genommen. Daraus geht deutlich hervor, dass uns die Amerikaner in dieser Hinsicht weit voraus sind, da ihre Ideen nicht nur wegen dem bekannten Tech-Standort viel leichter umsetzbar sind, sondern auch gegen ihrer Mentalität und Denkweise. Während wir oft monatelang über eine bestimmte Idee grübeln und uns umständlich überlegen, ob wir diese in die Praxis umsetzen können, geht es bei den Amerikanern viel schneller und vor allem auch weniger umständlich. Liegt es vielleicht daran, dass wir uns viel zu viele Sorgen machen, was andere über uns denken, wenn wir mit einem neuen Projekt scheitern oder sind wir vielleicht von Haus aus auf Vorsichtigkeit vorprogrammiert?

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