Tipps beim Scheitern mit der Unternehmensgründung

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Sein eigener Chef sein, sich selbständig machen und viel Geld verdienen ist der Traum von vielen Menschen. Allerdings sieht es in der Praxis leider etwas anders aus.

Laut den neuesten Statistiken scheitert bereits jedes dritte Start-up. Nicht in jedem Fall sind die Existenzgründer selber schuld, denn auch bei einer überragenden Arbeitsbereitschaft und einer sehr guten Finanzierung lassen sich die Misserfolge nicht verhindern.

Rückschläge und Niederlagen sind bei einer Unternehmensgründung so gut wie unerlässlich, man muss lernen damit umgehen zu können, um langfristig Erfolg zu haben. Irgendwann allerdings kommt es zu einem Punkt, wo man sich selbst ehrlich eingestehen muss, dass das Projekt nicht funktioniert. Anstatt in diesem Fall noch weiterhin Geld in die Geschäftsidee zu investieren, ist es manchmal viel besser sich einzugestehen, dass man gescheitert ist.

Der Kampf gegen die Vorurteile

Die Angst vor dem Scheitern ist einer der wichtigsten Gründe, warum viele Menschen auf eine Unternehmensgründung verzichten. Kein Wunder, denn wer Pleite geht steht sich auch sehr vielen Vorurteilen gegenüber. Durch den SCHUFA-Eintrag werden gescheiterte Unternehmen jahrelang als kreditunwürdig eingestuft. Innovationspotentiale werden also in Deutschland nicht weiter ausgenutzt und in gewisser Weise sogar noch bestraft, indem man nach einem beendigten Insolvenzverfahren z.B. schlecht ein neues Bankkonto eröffnen, einen Anbieter wechseln, oder einfach nur einen anderen Mietvertrag unterschreiben kann.

Um das Scheitern mit der Unternehmensgründung rechtzeitig zu vermeiden ist es deshalb wichtig, sich so früh wie möglich mit leicht verständlichen Informationen zu versorgen. Man findet mittlerweile auch im Internet hilfreiche Unterstützung von Experten mit jahrelanger Erfahrung in der Praxis, um den Unternehmen neue Chancen zu geben und mögliche Insolvenzen zu vermeiden.

Viele Unternehmer nehmen leider viel zu spät eine professionelle Beratung in kritischen Situationen in Anspruch. In ihrer Not wenden sie sich dann in vielen Fällen an Berater, die von solchen Lagen profitieren möchten, anstatt den Unternehmern auch wirklich aus der aktuellen Krise zu helfen. Durch eine Krisenberatung und Sanierungskonzepte ist es durchaus möglich Fonds zu erhalten, die den Unternehmen eine neue Chance geben.

Mit der richtigen Vorbereitung Pleiten vermeiden

Die meisten gescheiterten Unternehmen haben schon in ihrer Gründungsphase sehr große Fehler gemacht, da sie ihre Selbständigkeit schlecht vorbereitet angehen. Bei von IHKs durchgeführten Gründungsberatungen wurde festgestellt, dass knapp die Hälfte der befragten Teilnehmer nicht einmal eine deutliche Aussage über ihre eigene Zielgruppe geben konnten. Auch die Finanzierungsmöglichkeiten der zukünftigen Unternehmen waren nicht ausreichend durchdacht, um diese erfolgreich in die Praxis umzusetzen. Kein Wunder also, wenn in Deutschland rund ein Drittel der Start-ups scheitern.
Die möglichen Ursachen für das Scheitern liegen in der Regel an:

  • Mangelhafte Unternehmensfinanzierung
  • Schlechte oder falsche strategische Entscheidungen
  • Unrealistische Erwartungen
  • Zu hohe berufliche und familiäre Belastung
  • Unzureichende Branchenkenntnisse
  • Auswahl der falschen Partner

Gründer sollten Beratungsstellen ausnutzen und erst einmal gründlich analysieren, ob ihre Geschäftsidee auch wirklich langfristig wirtschaftlich tragfähig und überhaupt sinnvoll ist. Interessante Anlaufstellen und Angebote für die Gründerberatungen findet man übrigens u.a. auf den Seiten vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Geschäftsideen rechtzeitig und gründlich checken

Ein gutes Projekt ist auf die Nachfrage oder den Nutzen von Kunden angewiesen. Es ist schlimm, wenn vor allem Jungunternehmen ihr Talent an schlechte Geschäftsideen verschwenden und sich mit falschen Partnern einlassen. Allerdings haben sich auch viele Gründer im Vorhinein überhaupt keine Gedanken gemacht, ob es für Ihr Produkt einen Absatzmarkt gibt, beziehungsweise ob der Kunde diese Geschäftsidee überhaupt gebrauchen kann. In vielen Fällen vernebelt die Euphorie über eine innovative Idee den notwendigen Blick ob dieses Produkt überhaupt interessant ist und in welcher Form es sich von der Konkurrenz unterscheidet. Findet man auf diese Fragen keine genaue Antwort, dann sollte man zumindest mit diesem Projekt die Fingern von einer Unternehmensgründung lassen.

Vor allem junge Unternehmen sind in vielen Fällen nicht in der Lage, die große Masse auf dem Markt anzusprechen. Man kann im Prinzip auch das beste Produkt zum Verkauf anbieten, aber wer nicht in der Lage ist, die potentiellen Kunden anzusprechen braucht sich auch nicht wundern, wenn das Unternehmen schon nach kurzer Zeit Pleite ist. Es hat also nicht unbedingt etwas mit massiven Fehlern bei Kalkulationen oder falschen Entscheidungen zu tun.

Misserfolg kann aber auch auf zu schnell veränderte Marktgeschehen zurückzuführen sein, oder auf andere Wettbewerber die viel schneller reagierten und den richtigen Zeitpunkt besser ausnutzen konnten. Erfolg ist bei der Unternehmensgründung deshalb auch Glückssache. Aus Krisen muss man lernen und sich eine neue Chance geben. In den USA beispielsweise ist das Scheitern mit der Unternehmensgründung noch lange kein Makel, ganz im Gegenteil wie an zahlhaften Beispielen ersichtlich ist, denn in Deutschland hätte Zuckerberg mit Sicherheit nicht den gleichen Erfolg verbuchen können wie in seinem Heimatland.

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