Tipps bei Bestellung in China Online-Shops

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China Onlnieshopping
© eabff, deposiphotos.com

Mittlerweile beliefern beinah alle wichtigen chinesischen Onlineshops auch deutsche Kunden. Zudem hat sich die Qualität chinesischer Waren in den letzten Jahren stark verbessern können. Auch wenn die Preise locken, sollten Sie einige Punkte beachten, damit Ihre Bestellung trotzdem lohnenswert bleibt, und sie keinerlei Schwierigkeiten bekommen.

1. Zoll uns Steuern

Die wichtigste Frage, die uns gestellt wird, ist die Frage nach der Verzollung. Denn auch wenn die Preise in China sehr attraktiv sind, können sie bei entsprechender Verzollung und Besteuerung die deutschen Preise übersteigen.

a) Ware mit geringem Wert (unter 22 Euro)

Grundsätzlich und unabhängig von der Person des Versenders und des Empfängers werden Sendungen mit einem Wert bis 22 Euro nicht verzollt und nicht besteuert (Artikel 23 und 24 Zollbefreiungsverordnung).

Ausgenommen von dieser Regelung sind jedoch Verbrauchsprodukte wie z.B. Alkohol, Tabakwaren und Parfüms, die beteuert werden müssen.

Beachten Sie jedoch, dass hier immer der tatsächlich bezahlte Preis ausschlaggebend ist. War der Artikel einschließlich der ggf. enthaltenen Umsatzsteuer 20 Euro wert und waren die Portokosten mit 4 Euro angegeben worden, so wird von einem Gesamtpreis von 24 Euro ausgegangen. Dadurch liegt der Warenwert bei über 22 Euro und es sind Abgaben zu erheben!

Aber: Beträge unter 5 Euro werden normalerweise nicht erhoben, da es sonst zu viel Aufwand bereiten würde. Das heißt, dass bei ansonsten zollfreien Waren sogar bis 26 Euro keine Einfuhrumsatzsteuer gezahlt werden muss.

b) Ware mit geringem Wert (22 Euro bis 150 Euro)

Diese Waren sind zwar zollfrei, aber nicht frei von Einfuhrumsatzsteuer. Diese entspricht der im Binnenmarkt zu entrichteten Mehrwertsteuer und beträgt bei den meisten Produkten ebenfalls 19%.

Eine Sonderregelung existiert jedoch für Privatsendungen, die meist als Geschenkartikel verschickt werden. Diese werden bis zu einer Grenze von 45 Euro nicht besteuert oder verzollt. Privat ist die Sendung aber nur, wenn Sender sowie Empfänger private Personen sind und auch nur gelegentlich Pakete verschicken. Auch wenn manche Onlineshops Ihre Waren als Privatsendungen deklarieren, ist das natürlich nicht erlaubt und kann zu späteren Nachzahlungen führen.

c) Waren über 150 Euro

Alle Waren über 150 Euro werden je nach Kategorie und Eigenschaften der verschickten Ware verzollt und die Einfuhrumsatzsteuer wird erhoben. Der Zoll kann stark variieren, überschreitet aber normalerweise nicht den Pauschalbetrag von 17,5%. Und für viele Waren liegt die Verzollung bei 0%, so dass sie faktisch entfällt. Das gilt insbesondere für viele Elektroartikel. Einige Beispiele für Warenarten und deren Verzollung bei Einfuhr nach Deutschland finden Sie hier:

  • Notebooks, Tablet-PCs: 0%
  • Monitore: 0 bis 14%
  • Fotoapparate (digital): 0%
  • Mobiltelefone, Smartphones im Taschenformat (170×10 x45 mm): 0%
  • USB-Sticks zur Datenspeicherung: 0%
  • Bücher: 0%
  • Bilddrucke, Poster, Fotos: 0%
  • Gemälde: 0%
  • Kosmetikprodukte: 0 bis 6,5%
  • Sportgeräte: 0 bis 4,7%
  • Bekleidung aus Textilien: 12%
  • Bekleidung aus Leder: 4%
  • Bekleidungszubehör aus Leder: 5% bis 9%
  • Schuhe mit Oberteil aus Leder: 8%
  • Schuhe mit Oberteil aus anderem Material als Leder: bis 17%
  • Schmuck: 2,5 bis 4 %
  • GPS-Geräte: 3,7%
  • DVD-Player: 13,9%

Quelle: www.zoll.de

Im Gegensatz zu Modeartikeln, müssen viele elektronische Entertainment-Geräte, wie z.B. Laptops, Smartphones oder digitale Fotoapparate nicht verzollt werden. Achten Sie jedoch darauf, dass die Elektronik auch die passenden Netzstecker für Deutschland mitliefert. Falls nicht, sollten Sie noch einen Adapter-Stecker mit bestellen.

Wichtig: Für genaue Angaben zur Verzollung fragen Sie bitte direkt beim Zoll nach, da unsere Angaben nur beispielhaft sind.

Unser Tipp: Versuchen Sie Ihre Bestellungen aufzuteilen. Durch die Aufsplittung können Sie den Obergrenzen für die Umsatzeinfuhrsteuer (bis 26 Euro) sowie Verzollung (bis 150 Euro) entgehen, und sparen dadurch Geld. Da viele Onlineshops kostenlosen Versand anbieten, ist eine Aufsplittung meist problemlos möglich.

Weiterführende Links zum Nachlesen bei www.zoll.de
Sendungen mit geringem Wert
Privatsendungen
Zolltabelle mit Beispielen für Warenarten und deren Einfuhrabgabensätze bei bei Einfuhr in der EU

2. Qualität

Bevor Sie die Ware bestellen, sollten Sie sich über den Onlineshop informieren, Kundenbewertungen lesen und die Preise vergleichen. Das wichtigste Gebot ist jedoch, dass Sie zunächst Probeartikel bestellen und sich von der Qualität der Ware überzeugen. Oftmals entsprechen die Qualitätsanforderungen nicht den europäischen Maßstäben. Zudem kann es vorkommen, dass die Ware Mängel aufweist. Zum Glück aber haben die chinesischen Shops hier in den letzten Jahren aufgeholt und versuchten Ihr Image zu deutlich verbessern.

3. Lieferung und Lieferzeit

Die Lieferzeit kann variieren. Zwar werden die meisten Bestellungen innerhalb von 24h bearbeitet und versendet. Der Versand jedoch dauert je nach Versandart und Versandunternehmen gut eine Woche. Zudem kann die Ware noch beim Zoll einige Tage verbringen. Hier wird die Ware auf Ihren Wert geprüft. Meist geschieht dies durch die Zollerklärung. Die Ware muss somit nicht durch Sie vorangemeldet werden. Falls Kosten zum Beispiel für Zoll oder Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten wird, wird der Zoll Sie dann verständigen. Wenn Sie diese beglichen haben, wird Ihnen die Sendung zugeschickt.

Manchmal kommt es auch vor, dass die Zollinhaltserklärung fehlerhaft oder nicht vorhanden ist. So ist eine mündliche Zollanmeldung abzugeben, und zur Feststellung des Warenwertes bzw. des Gesamtwertes müssen Sie die geeigneten Unterlagen (z.B. Handelsrechnung, PayPal-Beleg o.ä.) vorlegen. Das kann jedoch die Bearbeitung noch einmal verzögern.

Unser Tipp: Damit der Zoll Sie in solchen Fällen kontaktieren kann, sollten Sie auf DHL Packstationen verzichten. Verwenden Sie stets Ihre Privatadresse, so dass Sie auch schnellstens kontaktiert werden können.

Insgesamt also kann die Lieferzeit schon über 3 Wochen betragen. Manchmal geht es aber schneller. Aus diesem Grund lohnt auch hier zunächst die Bestellung von Probeartikeln, um die Lieferzeit besser abschätzen zu können.

4. Rückgabe, Garantie und defekte Ware

Wie bereits erwähnt, kann die Ware defekt sein oder es können Mängel auftreten. Zwar gibt es in China kein gesetzlich geregeltes Rückgaberecht, aber die meisten Onlineshops bieten solche Regelungen für ausländische Kunden an. Das Problem ist nur, dass die Versandkosten zumeist vom Kunden bezahlt werden müssen. Und insbesondere bei Waren mit geringem Wert können dadurch die Kosten und der Aufwand den Einkauf unrentabel machen. Dadurch sollten Sie sich darauf einstellen, die Ware trotz eines Defekts nicht mehr umtauschen zu können. Oder aber der Shop schickt Ihnen aus Kulanz einen Ersatz-Artikel. Solche Kulanz-Regelungen sollten Sie aber bereits vor der Bestellung in Erfahrung bringen.

5. Plagiate

Was auch immer Sie kaufen, achten Sie bitte darauf keine Plagiate oder gefälschte Marken zu bestellen. Denn das kann schnell teuer werden und rechtliche Schritte nach sich ziehen. Und die bestellte Ware werden Sie auch nicht wiedersehen, da Sie beim Zoll vernichtet werden muss.

6. Bezahlung

Paypal hat sich mittlerweile weltweit durchgesetzt und wird auch von den meisten chinesischen Onlineshops unterstützt. Der Vorteil liegt auf der Hand. Durch den Paypal-Käuferschutz haben Sie die Möglichkeit innerhalb von 40 Tagen mögliche Reklamationen, Defekte oder Nichterhalt der Ware zu melden und dadurch den Onlineshop zu einer Aktion zu zwingen. Das kann zum Beispiel die erneute Versendung Ihres Artikels sein. Aber auch die Rückerstattung Ihres bereits im Voraus bezahlten Betrags wird dadurch möglich, auch wenn die Onlineshops hierfür keiner gesetzlichen Pflicht unterliegen.

7. Auch Dropshipping möglich?

Natürlich bieten auch viele chinesische Onlineshops das Dropshipping an. Viele der hier beschriebenen Punkte gelten auch für das Dropshipping. Der chinesische Onlinehändler verschickt meist anonym die Ware zu Ihrem Kunden, die Sie zuvor bestellt und bezahlt haben. Doch beachten Sie, dass nun Sie als Zwischenhändler agieren, und alle gesetzlichen Regelungen bezüglich Rückgabe- und Widerrufsrecht Ihre Geltung haben. Vertreiben Sie somit Artikel, die oft umgetauscht werden müssen, kann es Ihnen unvorhersehbare, finanzielle Probleme bereiten. Aus diesem Grund sollte die Auswahl der Artikel gut überlegt sein. Auch sind die Lieferzeiten oft sehr lang, und unüblich für Bestellungen aus Deutschland. Aus diesem Grund kann es nur vorteilhaft sein den Kunden bereits vorab über den Ursprung der Ware und die mögliche Lieferzeit zu informieren. Das beugt auch Problemen vor, falls der Zoll aktiv wird und sich bei dem Kunden meldet.

Viele Dropshipping Onlineshops haben sehr attraktive Angebote und gute Betreuungssysteme. Informieren Sie sich ausführlich und nehmen sie mit dem Support bereits im Vorfeld Kontakt auf. Lassen Sie sich Probeexemplare zuschicken, um die Qualität, Lieferzeit und Bezahlung zu testen und um so bösen Überraschungen vorzubeugen.

Auswahl geeigneter Onlineshops

Bizkanal hat für Sie die bekanntesten und besten Onlineshops zusammengestellt. Diese eignen sich nicht nur für private Bestellungen. Denn viele von Ihnen unterstützen auch das Dropshipping. Die komplette Liste finden Sie hier: 25 beste Dropshipping-Großhändler und Onlineshops aus China

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