Lean-Startup – schlank und erfolgreich gründen

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© tashatuvango, depositphotos.com

Der englische Begriff Lean-Startup kann als schlanke Unternehmungsgründung übersetzt werden. Der Fokus liegt dabei also vorwiegend auf einer erfolgreichen Selbständigkeit mit einem geringen Kapitalaufwand und reduzierten Prozessen.

Der Entwickler von diesem Geschäftsmodell ist Eric Ries, bekannt durch seinen Blog, sowie durch seinen The Lean Startup Bestseller. Während der Unternehmensgründung kann man mit Lean Startup die Erfolgsaussichten nicht nur selbst bestimmen, sondern auch beschleunigen.

Lean-Startup wird schon seit Jahren erfolgreich in der Life Science und Hardware Branche eingesetzt, in internationalen Konzernen, sowie auch in amerikanischen Regierungsorganisationen.

Wie funktioniert Lean-Startup in der Praxis?

Beim Lean-Startup geht es hauptsächlich darum nicht lange zu überlegen, sondern so schnell wie möglich bestimmte Beta-Versionen oder Prototypen auf den Markt zu bringen. Mit Hilfe von Kundenfeedback kann man dadurch ohne großen finanziellen Aufwand sofort auf die gewünschten Anforderungen reagieren um ein erfolgreiches Unternehmen einzurichten. Der Zyklus von der Produktentwicklung ist beim Lean-Startup also vergleichsweise sehr kurz. Indem man intensiv auf die Kunden eingeht kann das zu vermarktende Produkt schnell den Marktbedürfnissen und den Kundenwünschen optimal angepasst werden.

Es wird beim Lean-Startup also nicht lange im Voraus geplant. Wird das Produkt frühzeitig auf den Markt gebracht, dann liegen die Erfahrungswerte beim Learning-by-doing, also dass man durch die erhaltenen Erkenntnisse in der Praxis das Erzeugnis weiter entwickeln und verbessern kann ohne große finanzielle Verluste zu erleiden. Schlanke Existenzgründung basiert sich also auf eine fortlaufende Innovationstätigkeit, die sich durch das Sammeln von Informationen über das Produkt und einem geeigneten Verkaufskonzept zusammensetzt, sowie natürlich auch durch das eigene experimentieren.

Obwohl diese unkonventionelle Methode der Unternehmensstrategie eher zur Skepsis aufruft, eröffnet Lean-Startup neue Konzepte die zu den klassischen Varianten nicht nur innovativ, sondern auch konträr sind. Es ist deshalb wichtig, sich auch mit den Gründen zu beschäftigen, warum viele Unternehmen mit den klassischen Strategien schon nach kurzer Zeit zum Scheitern verurteilt sind.

Warum scheitern die meisten Startups?

Nicht immer sind harte Arbeit und gutes Timing die besten Rahmenbedingungen die Garantie für den Unternehmenserfolg. Im Gegensatz zu der schlanken Gründungsvariante wird im Normalfall wochenlang darüber spekuliert, was die Kunden eigentlich von einem bestimmten Produkt erhoffen. Diese Analysen sind in der Regel mit einem großen Zeit- und Kapitalaufwand verbunden. Auch die Herstellung ist für ein bereits vollendetes Projekt viel aufwendiger als wie bei den Protoversionen. Ein zielgerichteter Prozess ist die Basis für jeden Erfolg, leider wird diesem Verlauf aber nur sehr wenig Aufmerksamkeit erteilt, so dass viele Unternehmen leider nicht mehr über die finanziellen Mittel verfügen um die notwendigen Schritte einzuleiten.

Die anfallenden Kosten beim Lean-Startup hingegen werden im Vergleich zu den klassischen Methoden auf ein Mindestmaß reduziert. Wichtig sind allerdings auch die entsprechenden Maßnahmen was das Marketing angeht um von potenziellen Nutzern gefunden zu werden. Auch sind Lean-Startups mittlerweile zunehmend interessanter für Investoren. So hat sich zum Beispiel die HQ Life AG auf die Förderung von Lean-Startups aus dem TMT Bereich spezialisiert.

Was sind die wichtigsten Grundsätze vom Lean-Startup?

Zu den wichtigsten Grundsätzen gehören laut dem Erfinder der Lean-Startup Methode das MVP. Dieser Begriff steht für Minimal Viable Products, also um brauchbare Prototypen die im Prinzip ihre grundlegenden Funktionen vollstrecken, aber noch nicht fertig entwickelt sind. Ein MVP kann aber durchaus am Markt von den Kunden getestet werden. Die kontinuierliche Verbesserung erfolgt dann hauptsächlich aufgrund von dem beim Lean-Startup wichtigem Kundenfeedback. Das Produkt wird vom Unternehmen dementsprechend modifiziert und die verbesserte Ausführung veröffentlicht. Wer schlank und erfolgreich gründen möchte, benötigt für den Praxistest eine gute Flexibilität in jeder Beziehung.

Lean-Startup kann allerdings auch bedeuten, dass man bereit sein muss, eine bestimmte Idee zu verwerfen falls die erhofften Kunden kein Interesse an dem Produkt zeigen. In diesem Falle ist der Businessplan entweder abzuändern, oder auch komplett neu zu überarbeiten. Der Vorteil liegt allerdings auch hier auf der Hand, durch den Praxistest kann wertvolles Kapital eingespart werden, wenn das noch nicht fertig entwickelte Produkt schon vorher auf den Markt gebracht wird.

Insgesamt gesehen handelt es sich beim Lean-Startup um eine ressourcensparende, schnelle und vor allem auch effiziente Methode, um den Prozess der Unternehmensgründung zu optimieren. Wer seine Kunden kennt und auf deren Bedürfnisse eingeht, hat den Schlüssel zum Erfolg in der Hand. Die im Geschäftsmodell enthaltenen Annahmen können beim Lean-Startup direkt in der Praxis getestet und die notwendigen Verbesserungen vorgenommen werden, noch bevor die finanziellen Mittel aufgebraucht sind. Ein bestimmtes Produkt kann beispielsweise auf einer Webseite beschrieben und mit einem vorgesehenen Formular für die Interessenten eingegrenzt werden. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben mit den zukünftigen Kunden in Kontakt zu bleiben und diese über die weitere Produktentwicklung zu informieren. Selbstverständlich sollte dabei auch die verbesserte Version wieder von den Interessenten bewertet werden, bis ein finales Zielprodukt entsteht, das die Kunden in jeder Hinsicht zufriedenstellt.

Lean-Startup ist übrigens nicht nur für junge Unternehmen interessant, sondern auch für etablierte Firmen, die innovative Produktideen auf den Markt bringen möchten.

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