Die schlimmsten Stolperfallen für Existenzgründer

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© Nikonas, depositphotos.com

Der Weg in die Selbständigkeit ist leider nicht so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht. Vor allem junge Gründer sind sich oft überhaupt nicht bewusst, dass dieser Weg auch mit vielen Stolperfallen und zahlreichen Hindernissen verbunden ist. Fehler macht mit Sicherheit jeder, denn aller Anfang ist natürlich auch sehr schwer. Allerdings bringen viele Irrtümer auch finanzielle Nachteile und gewisse Risikofaktoren mit sich. Es lohnt sich also auf jeden Fall, sich mit den typischen und schlimmsten Stolperfallen für die Existenzgründung zu beschäftigen.

Was sind die wichtigsten Fehler bei einem Startup?

Viele Existenzgründer sehen ihre Zukunft leider auch durch eine rosarote Brille. Sie versteifen sich auf eine sogenannte „unschlagbare“ Geschäftsidee, die den betriebswirtschaftlichen Grundsätzen überhaupt nicht standhalten kann. In vielen Fällen sind solche Ideen noch dazu am Stammtisch durch eine Schnapsidee (in jeder Beziehung) entstanden. Eine Unternehmensgründung sollte deshalb unbedingt wirklich gut überlegt sein und nicht nur die Stolperfallen beachtet werden, sondern auch die reellen Möglichkeiten in Bezug auf die Verwirklichung.

1. Mangelnde Planung und Zielsetzung

Zu den schlimmsten Fehlern bei einer Existenzgründung zählt in erster Linie eine fehlende und vor allem realistische Planung. Darunter ist eine zukunftsorientierte Zielsetzung zu verstehen. Aufgrund von einer spontanen Idee oder von einem Wunschtraum alleine lässt sich sicherlich auch kein großer Umsatz erzielen. Die gesetzten Ziele müssen unbedingt mit den eigenen Werten übereinstimmen. Es nützt überhaupt nichts, wenn man sich etwas Bestimmtes vornimmt und es hinterher aus irgendwelchen Gründen nicht einhalten kann. Um das zu verhindern, wurden verschiedene Methoden entwickelt, um die Planung auch für Jungunternehmer zugänglicher zu machen, wie zum Beispiel die SMART-Formel. Denn nur wer richtig und vorausschauend planen kann ist auch in der Lage, nicht schon von vornherein die gewünschte Selbständigkeit zum Scheitern zu verurteilen.

2. Verträge und Versicherungen

Es ist eigentlich ganz klar, dass man bei einer nervenaufreibenden Existenzgründung überhaupt nicht an alles denken kann. Um aber weitere Stolperfallen und unnötige Hindernisse zu vermeiden, sollte man auch auf die Mietverträge achten, auf Darlehensvereinbarungen und gegebenenfalls auch auf notwendige Arbeitsverträge. Um dabei auch Rechtssicherheit zu behalten, sollten nur geprüfte Muster-Verträge verwendet werden, um nicht unnötige Rechtsstreitigkeiten zu provozieren. Was das meist unbeliebte Thema Versicherungen angeht, so sind sie in den meisten Fällen unerlässlich. Eine Haftpflichtversicherung im geschäftlichen Bereich kann sogar Vorschrift sein. Je nach Aufgabengebiet kann sich auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung lohnen. Aufpassen heißt es übrigens auch bei einem Internetunternehmen um sich vor den teueren Abmahnfallen zu schützen.

3. Fehlendes Kapital

Selbstverständlich spielt auch das zur Verfügung stehende Kapital eine wichtige Rolle bei der Existenzgründung. Unvorhergesehene Ereignisse sollten deshalb unbedingt bei der finanziellen Planung mit bedacht werden. Bei der Kapitalfrage sollte der eigentliche Bedarf berechnet werden, die notwendige Finanzplanung, eine möglichst genaue Vorschau auf die Rentabilitäten, sowie auch ein Liquiditätsplan. Ein typischer Fehler bei der Gründung ist vor allem der von Anfang an falsch geplante Bedarf. Gegebenenfalls sollte man eher mehr Geld zur Verfügung haben, als dann hinterher auf einen finanziellen Nachschub angewiesen zu sein. Für viele Starter gibt es übrigens auch interessante Optionen auf Fördermittel.

4. Schlechtes Marketing und keine realistische Marktorientierung

Auch ein fehlendes oder unpassendes Marketing zählt mit zu den schlimmsten Stolperfallen bei einer Existenzgründung. Bei der gewählten Marketingstrategie sollte man auf jeden Fall auch eine gute und vor allem gezielte Marktorientierung aufweisen können. Neugründer sind oft der falschen Meinung, dass im Prinzip jeder Mensch das hergestellte Produkt gebrauchen kann. Allerdings ist das in der Praxis leider nicht der Fall. Gegebenenfalls lohnt es sich erst einmal, sich an eine genau bestimmte Zielgruppe zu wenden. Auch regionale Einsätze können durchaus sinnvoll sein. Ein genauer Blick auf die Konkurrenz gibt meistens gute Auskunft, wie man zukünftige Kunden besser ansprechen kann. Mit einer optimalen Marketingplanung lässt sich in der Regel auch viel Geld sparen.

5. Steuerfehler vermeiden

Steuerfehler lassen sich durch eine ordentliche Buchführung vermeiden. Es liegt auf der Hand, dass nicht jeder Existenzgründer über ausreichende Kenntnisse im Rechnungswesen verfügt. Zu den typischen Steuerfehlern zählen übrigens die viel zu niedrigen Vorauszahlungen und falsches Timing, die nicht ausgewiesene Mehrwertsteuer, sowie gegebenenfalls auch eine unnötige GmbH Gründung. Um unnötige Stolperfallen für Existenzgründer zu vermeiden, sollte man sich sicherheitshalber auf die eigenen Kompetenzen konzentrieren und das Rechnungswesen lieber in verlässliche externe Hände abgeben.

Fazit:

Die meisten Stolperfallen lassen sich vermeiden, wenn man auf die oben genannten Fehler achtet und eine genaue Planung durch den Businessplan erstellt. Viele Existenzgründer können auch von bereits gemachten Erfahrungen anderer Unternehmer lernen. Wichtig ist natürlich auch zu lernen, wie man Aufgaben aus der Hand gibt. Vor allem jungen Startups fällt es oft aus finanziellen Gründen nicht leicht, externe Spezialisten zu beauftragen. Allerdings sollte man sich dabei auch bewusst sein, dass man sich lieber auf Profis (wie beispielsweise bei der Buchführung) verlassen sollte und es wirklich mehr Nutzen bringt, sich auf die eigentlichen Hauptkompetenzen zu konzentrieren. Selbstverständlich ist bei der Existenzgründung auch auf eine sorgfältig konzipierte Firmenpräsenz zu achten wie z.B. auf Briefpapier und Webseiten. Bei Internetauftritten wie Online-Shops gibt es übrigens auch zahlreiche rechtliche Stolperfallen, die man mit etwas Wissen im Voraus vermeiden kann.

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