Amazon, eBay, DaWanda und Co. – Hat der eigene Onlineshop ausgedient?

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© floral_set, depositphotos.com

Ein Onlineshop galt im E-Commerce lange als unverzichtbar. Die rasante Entwicklung von Marktplätzen wie Amazon oder eBay haben allerdings gezeigt, dass auch der alternative Verkaufsweg gewinnbringend sein kann. Viele Hersteller und Händler haben sich längst von ihren Shops verabschiedet und verkaufen über etablierte Big Player. Doch hat der Klassiker tatsächlich ausgedient? Dieser Beitrag fasst die individuellen Vor- und Nachteile zusammen.

Pro & Contra: Onlineshop oder Marktplatz

Der wohl größte Vorteil von Amazon und Co. lässt sich auf die Reichweite reduzieren. Besucherzahlen von rund 25 Millionen monatlich, allein in Deutschland, sprechen beispielsweise für eine Präsenz auf Amazon. In Zeiten, wo die Neukundengewinnung nie teurer und aufwändiger war, können Unternehmen von der enormen Bekanntheit von Marktplätzen profitieren. Die Reichweite macht häufig auch die Gebühren wett, die mit dem Verkauf einhergehen. Hier müssen Betriebe in der Regel mit einer Grundgebühr und den Kosten pro Verkauf kalkulieren. Nüchtern betrachtet, ist der Onlineshop hinsichtlich der Gewinnmarge zwar die bessere Wahl, weil pro Stück mehr eingenommen wird, doch was bringt das, wenn zu wenig Kunden auf dem Shop landen? Genau deshalb, entscheiden sich immer mehr für die Alternative Amazon. Dieser Vertriebskanal gewinnt seit vielen Jahren an Bedeutung. Zahlreiche Konsumenten starten ihre Produktsuche längst direkt beim Versandhandelsriesen und machen dort positive Erfahrungen dank günstiger Preise, maximalem Service und einer komfortablen Recherche. Um die beiden Marktplatzvorzüge Reichweite und Umsatzsteigerungspotenzial zu verdeutlichen, gehen wir nachfolgend näher auf die Thematiken ein.

Amazon-Algorithmus: Optimierungsbedarf nicht zu unterschätzen

Um potenziellen Käufern stets die bestmöglichen Ergebnisse zu liefern, setzt Amazon einen Ranking-Algorithmus ein. Mit dessen Hilfe werden Produkte in einer ganz bestimmten Reihenfolge angezeigt. Relevant ist hierbei in erster Linie die potenzielle Wahrscheinlichkeit für einen Kauf. Diese wird unter anderem von folgenden Faktoren bestimmt:

  • Anzahl verkaufter Produkte
  • Conversion-Rate
  • Traffic auf der Detailseite von Artikeln

Je mehr Aufmerksamkeit Amazon-Nutzer einem Artikel schenken und je häufiger dieser letztlich gekauft wird, desto besser das Ranking. Das bedeutet für Händler wiederum, dass sie ihr Amazon-Ranking mit jedem Artikelverkauf verbessern und somit den Umsatz steigern. Der Händler muss für diesen automatisierten Effekt fast nichts tun. Wobei diese Aussage mit Vorsicht zu genießen ist. Natürlich erfolgt die Ranking-Optimierung bei Verkäufen automatisch, doch zuvor müssen erst einmal die Voraussetzungen für erfolgreiche Verkäufe geschaffen werden. Wird Ware schlecht präsentiert, spielt es keine Rolle, ob dies im eigenen Onlineshop oder bei Marktplätzen geschieht: Kunden werden nicht oder nur wenig kaufen. Es gibt eine lange Liste an „Werkzeugen“, um die Wahrscheinlichkeit für volle Warenkörbe zu steigern:

  • der Produkttitel muss aussagekräftig sein
  • informative Artikelbeschreibungen sind ein Muss
  • attraktiv Bilder dürfen nie fehlen
  • der kostenlose Versand ist ein Kaufargument

Amazon hat eine massive Reichweite, doch wer diese nicht clever zu nutzen weiß, wird nichts verkaufen. Online Marketing Agenturen haben den hohen Optimierungsbedarf längst erkannt und entsprechende Leistungen ins Portfolio integriert. Das Team von Löwenstark beschäftigt sich seit Jahren mit Amazon Marketing und unterstützt Unternehmer unter anderem beim Keyword Monitoring für langfristig bessere Produktrankings, bei der Buy-Box-Optimierung sowie beim Erstellen von Artikelbeschreibungen. Jeder Betrieb, der Produkte anderweitig vertreiben möchte, sollte sich einem derartigen Fachbetrieb anvertrauen, um das Potenzial auszuschöpfen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Gebühren überhandnehmen und das erforderliche Umsatzwachstum ausbleibt.

Kostenpunkt und Aufwand: Marktplätze klar im Vorteil

Das Problem bei eigenen Onlinehops ist, dass die Erstellung jede Menge Investition erfordert. Lediglich diejenigen Unternehmer, die Programmierkenntnisse haben und den Bau der Seite eigenständig vornehmen können, haben die Möglichkeit zu sparen. Ansonsten verschlingt ein Onlineshop viel Geld. Beträge im hohen fünfstelligen Bereich sind völlig legitim und gängig. Nicht zu vergessen Marketingmaßnahmen zur Neukundengewinnung und Wartungskosten. Das Ergebnis sind Summen, die für viele Betriebe völlig unrealistisch sind beziehungsweise ein hohes Risiko mit sich bringen.

Marktplätze sind günstiger, die Einstiegskosten minimal. Was nicht zu vernachlässigen ist, sind die Ausgaben für Warenlagerung, Marketing und Warenwirtschaftssystem. Insgesamt ist der finanzielle Aufwand aber überschaubar. Auch beim Aufwand punkten Marktplätze. Der Händleraccount lässt sich innerhalb von Minuten erstellen. Das Aufsetzen der einzelnen Produktseiten nimmt zwar deutlich mehr Zeit in Anspruch, doch im Vergleich zur Programmierung eines Onlineshops, hält sich das Ganze in Grenzen. Zumal auch beim eigenen Shop Detailseiten angefertigt werden müssen. Generell sind die technischen Hürden bei Markplätzen geringer.

Wer auf die kostenintensiven Faktoren wie Einkauf, Lagerhaltung, Versand und Personal für den virtuellen Warenverkauf verzichten will, sollte sich einer weiteren Vertriebsmöglichkeit widmen: Im Ratgeber des Dienstleisters für Onlineshop-Betreiber Trusted Shops wird das sogenannte Dropshipping näher beschrieben.

Eingeschränkte Flexibilität

Ein markanter Nachteil geht jedoch mit Marktplätzen einher: Jeder Händler muss sich an die Spielregeln halten und schränkt seine Handlungsfreiheit über die Akzeptanz der allgemeinen Geschäftsbedingungen ein. Insbesondere Amazon gilt als streng und sperrt Verkäuferkonten oft ohne detaillierte Begründung. Das kann für seriöse Unternehmen existenzbedrohend sein. Auch dieses Risiko ist in die Entscheidung einzubeziehen.

Fazit

Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage, ob ein eigener Onlineshop oder der Verkauf über Marktplätze für den individuellen Bedarf die vielversprechendere Lösung ist. Beide Varianten weisen Risiken und Chancen auf. Marktplätze sind nur eine langfristige Option, wenn die Marge stimmt und sowohl Sortiment als auch Service den hohen Erwartungen der anspruchsvollen Online-Kundschaft gerecht werden. Bringt nicht jeder Artikel Ertrag, sind Marktplätze eher unrentabel.

Beide Vertriebskanäle haben ihre Daseinsberechtigung. In vielen Fällen lohnt sich eine Kombination beziehungsweise der Start des E-Commerce-Business mit einem Marktplatz. Das hält zu Beginn die Kosten gering und Unternehmer lernen schnell, worauf es ankommt. Die gesammelten Erfahrungen sind Gold wert und tragen dazu bei mit dem Onlineshop zum gewünschten Ergebnis zu gelangen.

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