Was sind Krypto „Forks“ – Soft und Hard Fork erläutert?

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bitcoin fork
@ rclassenlayouts, depositphotos.com

In der Kryptoszene kommt man um Fachbegriffe wie Forks nicht herum. Der englische Begriff Fork bedeutet übersetzt Gabel oder Gabelung. Allerdings hat das selbstverständlich nichts mit Besteck zu tun, sondern mit einer Abspaltung in der Softwareentwicklung.

Im Prinzip kann eine Fork auch ein Derivat sein. Sie haben einen großen Einfluss auf die Kryptowährungen. In der Software Entwicklung kann sich durch eine Fork ein komplett neues Projekt abspalten, was sogar in eine komplett andere Richtungen gehen kann, als das Ursprungsprojekt. Bekannte Forks aus der Softwareentwicklung sind z.B.  Mozilla und Galeon oder OpenOffice.org und Libre Office.

Kryptowährungen basieren vereinfacht ausgedrückt auf einer Open Source Software, die nicht nur frei zugänglich ist, sondern eigentlich auch von jedem modifiziert werden kann. Bei der Blockchain allerdings, müssen sich die Teilnehmer am Netzwerk über neue Funktionalitäten oder Änderungen einig sein. Ist dies nicht der Fall, dann wird durch eine Fork eine Alternative hergestellt.  Auch wenn beispielsweise die Entwickler für eine Weiterentwicklung sind, muss diese erst einmal von den Minern und den Netzwerkteilnehmern akzeptiert werden. Die Blockchain wird also gespalten, wenn sich die Community nicht 100 % einig ist. Im Fall von Ethereum entstand durch eine Fork Ethereum Classic, also zwei verschiedene Blockchains.

Was sind Soft Fork und Hard Fork?

Bei den Fork spielt die Kompatibilität eine wichtige Rolle. Bei einer Soft Fork ist eine Änderung im Protokoll der Blockchain abwärtskompatibel. Das bedeutet, dass bei einem geänderten Protokoll auch ältere Software Versionen damit zurechtkommen, weshalb dieser Fork die gängigste Methode ist, eine Blockchain upzudaten. Nur die wichtigsten Teilnehmer oder Knotenpunkte im Netzwerk müssen ihre Software upgraden, damit sie mit einem geänderten Protokoll weiterarbeiten können. Ein gutes Beispiel für eine Bitcoin Soft Fork ist die überarbeitete Signatur Validierung (BIP 66). Es kommt bei einer Soft Fork zu keiner Aufspaltung, denn die alte und auch die neue Software können mit der gleichen Blockchain verwendet werden.

Die Hard Fork hingegen ist nicht abwärtskompatibel. In diesem Fall müssen alle Teilnehmer bei einer Änderung im Protokoll auf die aktuelle Softwareversion ausweichen und nicht nur die wichtigsten Nodes, wie bei der Soft Fork. Neue Blöcke lassen sich nur dann erkennen, wenn die alte Software von der neuen Version getrennt wird. Bei der Soft Fork werden Blöcke im Vergleich zur Hard Fork eigentlich nur ungültig gemacht, wenn sie nicht den Änderungen entsprechen. Wer also als Teilnehmer am Blockchain Netzwerk auch weiterhin die alte Software verwenden will, wird nur Blöcke minen können, die mit der neuen Software Version überhaupt nicht mehr kompatibel sind. Bei der Gabelung oder bei diesem Fork entstehen also zwei getrennte Blockchains.

Gibt es auch noch andere Krypto Forks?

Ja, aber im Prinzip sind die Soft und die Hard Fork die wichtigsten. Die User Activated Soft Fork oder in der Kurzform nur UASF genannt, ist beispielsweise eine Fork, bei der an einem bestimmten Datum eine Mehrheitsentscheidung vorgenommen wird. In diesem Fall treffen die Full Nodes die wichtige Entscheidung, ob eine Fork zustande kommen wird oder nicht. Full Nodes sind spezielle Programme, die im Prinzip die Sicherheit und auch die Gültigkeit der Transaktionen und Blöcke gewährleistet. Diese vollen Knoten werden als Unterstützung von Privatpersonen oder auch von zahlreichen Organisationen angeboten, sie spielen also eine zentrale Rolle bei den Blockchain Netzwerken. Im Fall von einer Miner Activated Fork, liegt die Entscheidung für oder gegen eine Fork bei den Minern.

Was sind die Vorteile und Nachteile von Forks?

Bei Bitcoin kam es im Laufe der Jahre schon zu etlichen Forks, worüber sich viele Besitzer von dieser Kryptowährung freuen konnten, denn bei Hard Forks gibt es Coins geschenkt. Tokenholder bekommen bei einem Hard Fork die gleiche Anzahl der neuen Vermögenswerte geschenkt. Wer also beispielsweise 100 Z-Classics zu seinem Vermögen zählen konnte, bekam nach dem letzten Hard Fork Ende Februar 2018 auch 100 neue Bitcoin Private. Im Fall von Bitcoin sind die Vorteile offensichtlich, da die Kurse einen Aufwärtstrend verzeichnen. Auch wenn man davon zumindest als kleiner Privatanleger in der Regel nicht reich werden kann, tragen zumindest die Bitcoin Forks dazu bei, dass Vermögen um rund 25 % mit Bitcoin Cash, Gold oder Private zu vermehren, ohne dabei zusätzliche Investitionen getätigt zu haben.

Bei Hard Forks kommt es in der Regel zu Kursschwankungen, da Investoren erst einmal verunsichert werden. Die letzten sah man im ‚Dezember 2018 als es einen Hard Fork von Bitcoin Cash gab und daraus Bitcoin SV entstand. Dabei war die Unsicherheit so groß, dass der Bitcoinpreis ein neues Tief im Jahr 2018 erreicht hat. Freuen können sich im Prinzip nur die Tokenhalter darüber, da sie am meisten von Hard Forks profitieren. Allerdings erhält man nur dann die neuen Coins, wenn man auch ein Wallet besitzt und nicht nur ein Guthaben bei einer Krypto-Börse. Vom Aussterben einer Kryptowährung nach einem Hard Fork ist meistens überhaupt nicht die Rede, zumindest, wenn es sich um altbewährte Coins handelt. Fraglich ist in diesem Fall nur, ob sich die neue Kryptowährung in Zukunft etablieren kann. Bei neuen Kryptowährungen sollte man deshalb bei zukünftigen Investitionen eher etwas vorsichtig sein, da die weitere Entwicklung von vielen Faktoren abhängig ist und sich die Coins erst einmal durchsetzen müssen.

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