Was sind ICOs (Initial Coin Offerings)?

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intertial coin offering - ICO
@ peshkova, depositphotos.com

Initial Coin Offering oder abgekürzt ICOs sind im Prinzip nichts anderes, als eine weitere Form von Crowdfunding, da sie zur Finanzierung von Unternehmen dienen. Der englische Begriff kann mit anfänglichen Münzangeboten übersetzt werden. ICO ist ähnlich wie der Börsengang, der auch als Initial Public Offering oder IPO bekannt ist.

Allerdings wird  im Fall von ICOs in Blockchain Projekte investiert, die mit Token finanziert werden. Je mehr Tokens oder ICOs verkauft werden, desto mehr Startkapital steht dem Projekt dann zur Verfügung. Bei den Initial Coin Offerings erhalten die Investoren für ihr angelegtes Kapital in Ethereum oder Bitcoin dann eine neue und eigens geschaffene Kryptowährung oder Token bereits existierender Blockchains.

2014 wurde beispielsweise das Ethereum-Protokoll durch das erste bekannte ICO finanziert. Die Investoren konnten für ihre Bitcoins, Ether zu einem festen Kurs erwerben. Mittlerweile werden ICOs als Anlageform allerdings immer beliebter, da es täglich neue ICOs gibt. Grund dafür ist, dass es sich dabei um eine sehr attraktive Finanzierungsform für junge Startups handelt, so dass sich dabei auch kleine Investoren beteiligen können. Es besteht also die Möglichkeit, dass man als Privatanleger in eine Kryptowährung investieren kann, die es im Prinzip überhaupt noch nicht gibt. ICOs sind natürlich nicht nur für Anleger interessant, sondern auch für die Entwickler von Blockchain-Projekten oder weiteren digitalen Währungen. 2017 wurden übrigens rund 180 Mio. US-Dollar in unterschiedliche ICO-Projekte investiert, ein deutliches Zeichen, dass das Interesse an diesem bis jetzt noch etwas ungewöhnlichen Finanzierungsmodell am Steigen ist und dass es sich dabei um mehr als nur um eine weitere Hype-Phase handelt.

Wie sieht es mit dem Risiko aus?

Selbstverständlich gibt es auch bei ICOs ein Risiko, weshalb man sich als Anleger unbedingt ausreichend über die entsprechenden Projekte informieren muss. Es kann durchaus der Fall sein, dass ein Unternehmen nach der Kapitalbeschaffung einfach untertaucht und mit dem Geld verschwindet. Denn laut einer Studie waren 2017 80% aller ICOs Betrug, was einen aufschrecken lässt. Auch unterliegen ICOs keinen offiziellen Regulierungen wie im Vergleich zu den traditionellen Kapitalmärkten.  Doch an der Regulierung wird bereits seit 2018 verstärkt  gearbeitet, so dass Betrüger hoffentlich bald kaum mehr eine Chance haben.  Zukünftige Investoren in ICOs sollten deshalb in erster Linie auf die Sicherheit achten und sich ausreichend mit möglichen Risiken auseinandersetzen. Ist das Blockchain-Projekt aber erfolgreich, dann steigt in der Regel auch der Wert vom Token weit über seinen Preis der Ausgabe hinaus. Eine gute Übersicht über abgelaufene, aktuelle und zukünftige ICOs kann zum Beispiel auf icobench erhalten. Dort werden die Projekte anhand verschiedener Kriterien bewertet, um eine Entscheidungshilfe zu haben. Aber es gibt noch weitere Webseiten, die sich explizit mit diesem Thema befassen.

Ansonsten geht es bei den ICOs nicht in jedem Fall um einen monetären Wert, da beispielsweise die Besitzer von den erworbenen Tokens auch ein Stimmrecht über eine Organisation erhalten können. Das beste Beispiel hierzu ist die Decentralized Autonomous Organization, in der Kurzform nur DAO genannt. Dabei handelt es sich um eine dezentrale autonome digitale Organisation, wie z.B. Bitcoin. Indem in eine DAO investiert wird, erhalten die Nutzer nicht nur ein bestimmtes Wahlrecht, sondern sie können auch die Arbeitsweise beeinflussen. Das Stimmrecht wird proportional mit den erworbenen Token erhöht. In der Regel sind DAOs komplett transparent, da die Codes auf Open-Source basieren.

Wie wird in ICOs investiert?

Wer in ICOs investieren will, benötigt als Startkapital Bitcoin oder Ethereum, wobei die meisten Projekte allerdings die Ethereum-Blockchain verwenden. In diesem Fall werden die ICOs auch ERC20-Token genannt, da bei ihnen viele Funktionalitäten dieser beliebten Blockchain verwendet werden. Investoren können so frühzeitig wie möglich in ganz neue Projekte investieren, wobei es allerdings auch passieren kann, dass die beliebtesten ICOs schon in kürzester Zeit ausverkauft sind. Das Gifto Coin Protokoll, für virtuelle Geschenke als Beispiel, war bereits nach einer Minute schon ausverkauft, weshalb es auf jede Sekunde Zeit ankommen kann. Allerdings war die Anzahl dieser Token auf eine Milliarde beschränkt.

Mit einem Bitcoin oder Ether-Wallet können die Kryptowährungen für den Erwerb von ICOs an die angegebene Adresse vom Smart-Contract gesendet werden. Investoren erhalten dann den Gegenwert der Token über die gleiche Adresse, nachdem die Transaktion von der Blockchain registriert wurde. Mit einem Wallet ist es also wirklich extrem leicht, in ICOs zu investieren. Allerdings muss man sich als Anleger unbedingt bewusst sein, dass die meisten Token bis zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt noch keinen Gegenwert aufweisen, da sie in der Regel noch unbekannt sind und über einen längeren Zeitraum nicht benutzt werden können. Es handelt sich dabei also um eine Investition, bei der es nicht um schnelle Gewinne geht, sondern eher um eine langfristige Anlage, vor allem dann, wenn man frühzeitig mit einsteigt, um die Entwickler finanziell zu unterstützen.

Fazit

ICO Token werden in der Regel direkt bei den jeweiligen Startups erworben. Die Coins sind also nicht auf den typischen Altcoin Börsen zu finden. Für den Kauf der Token sind Bitcoin oder Ethereum erforderlich. Je früher investiert wird, desto höher sind die Renditen, aber natürlich auch das Risiko von Verlusten. Sind die Token bei der Presale Phase sehr schnell ausverkauft, dann kann der ICO in Zukunft durchaus sehr lukrativ sein, was beispielsweise bei Etherum 2014 der Fall war. Wichtig ist, dass man sich als zukünftiger Investor nicht nur an den möglichen Gewinnen bei der Auswahl von ICOs orientiert, sondern auch noch andere wichtige Faktoren im Auge behält, wie z.B. ein sehr überzeugendes Konzept und gute Bewertungen von den entsprechenden Communities und bereits erfahrenen Anlegern. Auch sollte man darauf achten, dass es sich bei dem Projekt um weit mehr, als nur um eine einladende Webseite handelt und sich möglichst kein Betrug dahinter verbirgt. Man sollte sich also wirklich die Zeit nehmen, um möglichst viele Informationen über das ausgesuchte Startup zu sammeln, bevor man ICO-Token erwerben möchte.

 

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