Sonntag, 13. Juni 2021

Kaufverhalten während und nach der Pandemie

Seit März 2020 hält uns die Pandemie aktiv in Atem. Ein Ende des Virus ist nicht in Sicht, jedoch ein Wechsel im Umgang mit ihm. Branchen, Märkte und Menschen mussten anfangen kreativ zu werden und lernen sich der Ausnahmesituation anzupassen. Der Wandel in der Gesellschaft und in allen Lebensbereichen war groß. So hat sich auch das Kaufverhalten der Menschen enorm verändert und sich mehr und mehr in die Online Welt verlagert.

Bewusster(er) Konsum

Anfang März 2020 war es Alltag für uns vor leeren Regalen zu stehen und durch verschiedene Läden zu jagen, bis man Klopapier oder Nudeln bekam. Die Menschen gerieten in Panik und fingen wegen der unsicheren Situation an zu hamstern. Kultureinrichtungen, Geschäfte, Schulen und Restaurants mussten schließen. Durch diese Schließung hat sich auch das Kaufverhalten der Menschen verändert. Es wurde eine Veränderung durch die Umstände erzwungen. Viele fingen wegen der unsicheren Wirtschaftslage an zu sparen, weil sie weniger Einkommen hatten, zum Teil sogar arbeitslos wurden. Normalerweise kauft der Mensch nach Gewohnheit ein, jedoch musste sich diese Gewohnheit bei Mangelware ändern. Man fing an andere Marken zu kaufen oder schlechtere Produkte im Vergleich zu dem gewohnten Standard. Somit haben sich auch die Bedürfnisse der Menschen an die Pandemie angepasst und ihr Konsum ist teilweise bewusster geworden, da viele Menschen versucht haben auf regionale Produkte zu setzen.

Auch Unternehmen haben einen Schritt in die Regionalisierung gewagt und haben Lieferketten gekürzt, jedoch besteht weiterhin eine enorm große globale wirtschaftliche Vernetzung. Durch den Lockdown hatten die Menschen auch viel Zeit und viele fingen an ihre Schränke auszumisten. Sie verkauften, verschenkten oder spendeten ihre Sachen und merkten, dass sie vieles gar nicht brauchten. Somit ist einerseits ein neues Bewusstsein des eigenen Konsums erschaffen wurden und andererseits ein neuer Trend zum Second Hand Onlineshopping entstanden. Apps wie Vinted trenden momentan extrem unter den jüngeren Generationen. Bei solchen Apps kann man auf einfache Art und Weise seine alte Kleidung zu verkaufen oder günstig neue zu erwerben.

Trend zum Online Shopping

Durch den Lockdown wurde Kreativität bei Einzelhändlern, Unternehmen und der Regierungen gefragt, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und kleine Unternehmen zu sichern. Somit wurde das Kurzarbeitergeld erhöht und Gelder versprochen. Die Nachfrage nach Onlineshopping wurde größer und auch viele Unternehmen haben angefangen Onlineshops oder Click and Collect Angebote anzubieten. Somit gab es massive Strukturverschiebungen zum Onlineshopping. Einerseits versuchten viele Menschen lokale Unternehmen zu unterstützen und andererseits wurden Konzerne wie Amazon die Gewinner der Pandemie.

So haben jüngere Menschen eher online bestellt, da sie ihre Produkte zugeliefert haben wollten, wohingegen ältere Menschen versucht haben lokale Unternehmen zu unterstützen. Viele alte Menschen waren auch mit dem neuen digitaleren Einkaufen überfordert und wollten lieber wie gewohnt einkaufen. Das Click&Collect Angebot wurde vor allem von Menschen im mittleren Alter angenommen und gefördert.

Der Trend zum Online Shopping wird sich auch nach der Pandemie fortsetzen

Der Trend online zu bestellen ist in den letzten Jahren durch die Globalisierung enorm angestiegen und nicht zuletzt hat die Pandemie zu dem Wachstum beigetragen. Viele befürchten sogar den Leerstand der Innenstädte, da eher bei großen Konzernen wie Amazon eingekauft wird, anstatt bei dem lokalen kleinen Geschäft. Zudem sehen die Menschen in Zeiten von Corona große Shoppingtouren schon lange nicht mehr als optimale Freizeitbeschäftigung an. Das Risiko sich anzustecken ist in großen Menschenmengen viel größer, ebenso wird das einkaufen durch die Corona Auflagen erschwert. So finden es viele Menschen sehr mühsam Termine online in Geschäften zu vereinbaren, sich vorher testen zu lassen, vor dem Geschäft in langen Warteschlangen zu warten oder eine begrenzte Einkaufszeit zu haben. Faktoren wie Gemütlichkeit oder Angst vor Ansteckung steuern somit zum erhöhten online Kaufverhalten bei.

Aber auch die dauerhafte Verfügbarkeit des Onlinehandels ist ein großer Faktor zur steigenden online shopping Tendenz. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat faste jeder zweite Deutsche während der Pandemie sein online Kaufverhalten verändert. Diese Änderungen des Kaufverhaltens könnte dauerhaft geprägt sein für die Zukunft und auch ein kompletter Rückgang des veränderten pandemischen Kaufverhalten ist unwahrscheinlich.

Kaufverhalten im Ausblick

Die Menschen haben neue digitale Ansprüche erhoben im Bereich des Onlineshopping von lokalen Geschäften und nicht lokalen Unternehmen. Jeder neue Lockdown hilft dem Onlinehandel und schadet den kleinen Läden in Innenstädten. Experten gehen davon aus, dass Innenstädte langfristige Schäden von der Pandemie erleiden werden.

Die Situation der Innenstädte können erst mit einer hohen Impfrate verbessert werden. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto mehr kann man die Kontrolle über die Pandemie gewinnen und die Wirtschaft wieder fördern. Im Zuge der Pandemie haben die Menschen 2020 weniger ausgegeben als 2019 und viel mehr gespart. Das ersparte könnte eine zukünftige Anlage für neuen Konsum sein, jedoch ist es fraglich, ob bei einer Verbesserung der Situation auch dies in den Konsum investiert wird. Durch eine unbekannte zukünftige wirtschaftliche Auswirkung der Pandemie ist auch eine Prognose für das künftige Konsumverhalten ungewiss. So könnten viele Menschen Angst haben ihr Erspartes in Konsum zu investieren anstatt weiterhin ihr Geld auf die hohe Kante zu legen.

Fazit

Die Pandemie hat somit das Kaufverhalten primär auf den Onlinehandel gelenkt und dieser Trend wird auch in den nächsten Jahren noch mehr zunehmen. Große Onlinekonzerne wie Otto, Zalando oder Amazon sind die Gewinner der Pandemie und der lokale Einzelhandel der Verlierer. Es gab auch einen Zuwachs an online Bestellungen von Lebensmitteln, jedoch kauften die Deutschen primär in ihrem lokalen Discounter oder Supermarkt ein. Über die zukünftigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und das verbundene Kaufverhalten der Menschen kann man nur spekulieren. Mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass das Kaufverhalten sich nicht zurück auf die präpandemischen Zeiten hin entwickeln wird. Die Zunahme des Onlineshoppings wird in Zukunft weiterhin steigen, jedoch nicht in allen Bereichen, da beispielsweise Lebensmittel primär lokal eingekauft werden.

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