Sonntag, 13. Juni 2021

Kann man mit Cross Platform Dropshipping noch Geld verdienen?

Das „Cross Platform Dropshipping“ beschreibt ein eher außergewöhnliches Dropshipping Modell, in dem die Preisunterschiede (Arbitrage) zwischen den Plattformen eBay und Amazon ausgenutzt werden, um Gewinne zu erzielen. Wie auch beim gewöhnlichen Dropshipping auch, fungiert hier der Dropshipper nur als eine Art Makler zwischen dem eigentlichen Anbieter der Ware und dem Endverbraucher. Dieser Artikel soll die außergewöhnliche Form des Dropshippings beleuchten und auch die Risiken und Nebenwirkungen aufzeigen.

Was genau ist das Dropshipping 2.0?

„Cross Platform Dropshipping“, oder auch „Dropshipping 2.0“ bezeichnet eine Verkaufsform in der der Dropshipper sich auf Artikel spezialisiert, die es auf eBay gar nicht gibt, oder die minimal teurer gehandelt werden als bei Amazon. Hier treffen also auf der einen Seite die Anbieter, die den Amazon FBA Full-Service auf eBay nicht bekommen. Daher nicht auf eBay anbieten möchten. Auf der anderen Seite die Kunden, die z.B. als nicht Amazon-Prime Kunden lieber bei eBay die Schnäppchen suchen und auch nicht großartig die Preise vergleichen.

Kauft nun ein Kunde sein Produkt auf eBay, bestellt der Dropshipper genau dieses bei Amazon, und gibt als Lieferadresse einfach die Adresse seines Käufers auf eBay an. Die Marge ist, wie beim “offiziellen” Dropshipping auch der Gewinn. Im Gegensatz zum offiziellen Dropshipping ist der Amazon Anbieter kein Großhändler, sondern ein regulärer Verkäufer der nur Endkundenbestellungen erwartet.

Die Probleme daran

Der Dropshipper darf hier selbstverständlich nicht einfach die originalen Beschreibungen des Amazon Eintrages kopieren, schon gar nicht die Bilder einfach übernehmen. Hier ist man schnell im Bereich der Urheberrechtsverletzung. Das stört die Meisten Amazon-eBay-Arbitrage Betreibershops jedoch eher selten. Man muss nicht lange recherchieren um auf die ersten Shops zu kommen, die dieselben Produkte nur 10% teurer anbieten. Sogar die gewählte Schriftart ist meist identisch. Da das Kopieren von Angeboten eine lästige Sache ist, hat sich in dieser Grauzone ein ganzer Markt gebildet. Verschiedene Tools helfen den Dropshippern hierbei die passenden Artikel zu identifizieren und automatisiert zu kopieren, DS Domination bietet das z.B. für 20$ im Monat, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ein weiteres Problem an diesem Geschäftsmodell ist, das eBay es gar nicht erlaubt. Zwar erlaubt eBay explizit den Direktversand, also den Versand vom Großhändler direkt an den Endkunden. “Es ist jedoch nicht erlaubt, einen Artikel bei eBay einzustellen und diesen dann bei einem anderen Einzelhändler oder einem Marktplatz zu kaufen, der ihn direkt an Ihren Kunden verschickt.

Wem schadet das Konzept?

Nun könnte man meinen, dass der Amazon Händler ja auch davon profitiert. Dem ist in der Regel jedoch nicht so. Zum einen wird das Markenimage gefährdet, der Amazon Anbieter hat nämlich überhaupt keinen Einfluss auf die eBay Anzeige des Dropshippers, sodass das Marketing in eine unerwünschte Richtung gedrängt werden kann. Zum Anderen geht das eBay Angebot in der Regel gänzlich an der Preispolitik des Hauptanbieters vorbei. Und wenn es ganz schlecht für den Amazon Anbieter läuft, überholt der Dropshipper ggf. den Hauptanbieter sogar bei seinen Marketingaktivitäten. Schließlich kommt noch die Retouren Problematik. Der Dropshipper bedient sich hier praktischerweise an der Amazon Logistik und verursacht immense Kosten. Denn: Schickt ein Endkunde einen Artikel zurück, holt der Dropshipper sich das Retoure Label bei Amazon, und schickt es an den Endkunden weiter und verlangt noch bis zu 20 Prozent des Bestellwerts als Gebühr vom Endkunden. Amazon wiederum verlangt eine Gebühr vom Amazon Händler und am Ende wird nur er Geld verlieren. Er recht sollte er das verkaufte Produkt nicht nochmal verwenden können. Der Einzige der in der Gesamten Kettenreaktion etwas verdient hat, ist der Dropshipper, da der Endkunde auch noch eBay Gebühren zahlen muss.

Die Anwaltliche Verfolgung der Betreiber ist schwierig. Meist sitzen diese im Ausland und schließen den Shop bei Bedarf dynamisch. Betroffene haben jedoch auch andere Werkzeuge um sich zu wehren. Der Amazon Anbieter könnte beispielsweise kurzzeitig die Preise massiv erhöhen und selbst die Artikel bei eBay kaufen. Der Dropshipper müsste für den Kaufvertrag geradestehen und wäre sofort gestoppt.

Fazit

Viele Onlinekurse versprechen zwar das schnelle Geld mit diesem Modell, alles in allem ist das Risiko für ein solches Geschäftsmodell sehr hoch. Kommt der Hauptanbieter dahinter, kann es diese Praktik umgehend stoppen und der Schaden kann immens sein. Zudem hat eBay seine AGBs bereits dahingehend erweitert und diese Praktik verboten. Das scheint trotzdem die Betreiber nicht abzuschrecken. Unserer Meinung nach ist das kein Zukunftsträchtiges Dropshipping Geschäftsmodell. Es bieten sich noch genügend andere Dropshipping Modelle, die rechtlich und moralisch einwandfrei sind und sich auch vom Arbeitsaufwand nicht schwerwiegend unterscheiden.

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