Samstag, 8. Mai 2021

Digitale Vermögenswerte erhalten einen Auftrieb von Visa und PayPal

Visa und PayPal haben kürzlich angekündigt, dass sie die ersten beiden großen Zahlungsnetzwerke sein werden, die Stablecoins zur Abwicklung von Transaktionen verwenden werden. So können wohl PayPal-Nutzer, vorerst jedoch nur in den USA, Onlinehändler direkt beim Checkout mit Kryptowährung bezahlen. Visa kündigt an, die Krypto-Transaktionen mithilfe der Ethereum-Blockchain durchzuführen.

Dies sind sehr gute Nachrichten für jeden, der in Krypto-Vermögenswerte investiert. Diese Nachrichten haben auch sofort für ein erneutes Hoch bei Bitcoin gesorgt. Doch viele Krypto-Experten bleiben bei diesen Ankündigungen noch ganz ruhig, denn so ziemlich das Gleiche hatte man bereits im Oktober letzten Jahres schon gehört. Damals hieß es, dass man das Halten, Kaufen und Verkaufen für eine Auswahl an Kryptowährungen möglich machen würde. Und tatsächlich ist es zwar ein enormer Schritt in die richtige Richtung, doch dies bedeutet noch lange nicht, dass alle internationalen Zahlungen in Kürze über USDC laufen werden.

Der Hintergrund bei Visa ist der, dass das Kreditkartenunternehmen an einem Pilotprojekt mit crypto.com beteiligt ist. Derzeit wir nur ein kleiner Teil der Verbindlichkeiten, die von Visa Card’s crypto.com-Projekt kommen, mit dieser Bezahlungsoption genutzt werden.

Bei PayPal verhält es sich nicht sehr viel anders. Es wurde großartig angekündigt, dass Online-Zahlungen auch in Kryptowährungen möglich sein werden, doch ganz klar ist noch nicht, was wirklich möglich sein wird. PayPal teilte lediglich mit, dass das Programm in naher Zukunft noch mehr ausgebaut werden wird. Es scheint, als würden beide Unternehmen lediglich ein wenig nach Sensation haschen. Denn PayPal erlaubt weder, dass Nutzer ihr Konto mit Bitcoin aufladen, noch, dass man direkt damit bezahlt. Was soll also all dieser Hype?

Es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, die Visa und PayPal versuchen zu gehen. Sie versuchen neue Dinge aus und möchten als erste dem Trend von Kryptowährung folgen. Und ohne Zweifel machen diese beiden Großunternehmen enorme Fortschritte, die die Einführung von Blockchain und Krypto noch weiter beschleunigen können. Je mehr Optionen Besitzern von Kryptowährungen zur Verfügung stehen werden, desto besser für den Markt.

Für Visa ist die neue Strategie deshalb sinnvoll, da sie sich als Netzwerk von Netzwerken verstehen und im Allgemeinen währungsunabhängig sind. In der Tat unterstützen sie bereits 160 Währungen in über 200 Märkten. Die Tatsache, dass sie nun mit Bezahlungsoptonen per Stablecoins experimentieren, bedeutet für Visa, dass sie Ihr umfangreiches Angbot noch weiter ausbauen werden. Der eigentliche Fortschritt besteht darin, dass sie für das Testprogramm das auf Ethereum basierende Netzwerk von Circle ausgewählt haben. Ob und wie gut dies für Bitcoin sein wird, wird sich erst noch zeigen.

Die Beteiligung von PayPal könnte tatsächlich zu einer Massenakzeptanz von Kryptowährungen führen, je nachdem, wie die Benutzer sie verwenden. Obwohl sie Benutzern nicht erlauben, ihre Keys zu halten, wäre es für sie nicht sinnvoll, ihr Bitcoin-Engagement nicht abzusichern. Man kann also lediglich hoffen, dass sie mindestens einen guten Teil der BTC zur Sicherung der Kundenbestände haben.

Edward Moya, Senior Market Analyst bei Oanda, nennt den Schritt von PayPa und Visa „eine weitere Bestätigung der Kryptowährung von der Wall Street“ und „einen weiteren Beweis für die Akzeptanz der Allgemeinheit“ bereits einen Tag nachdem Visa angekündigt hat, Transaktionen mit Kryptowährungspartnern unter Verwendung eines auf der Ethereum-Blockchain basierenden Tokens abzuwickeln.

Bei der gesamten Geschichte stellt sich zudem auch die Frage der Besteuerung. Entgegen einiger Meinungen werden die Regierungen nicht versuchen, Kryptowährungen loszuwerden. Es wird eher so aussehen, dass sie die Nutzung außerhalb ihres Systems zu stoppen versuche, indem sie konkurrierende Marktbereiche besteuern. Fast jede Transaktion auf dem NFT-Markt scheint ein steuerpflichtig zu sein. Daraus resultierend würde es sich schlichtweg nicht mehr lohnen, zum Beispiel Konzertkarten mit Kryptowährung zu verkaufen, wenn Kapitalgewinne anfallen.

Hinzu kommt, dass seit Januar in Deutschland ein neues Geldwäschegesetz gilt, das auch von Kryptoanbietern mehr Transparenz fordert. Dabei werden auch einheitliche gesetzliche Rahmenbedingungen für Banken geschaffen, die ihnen das Anbieten und die Verwaltung von Kryptowährungen ermöglichen. Dies könnte zusätzlich noch ein wichtiger Schritt in Richtung allgemeine Akzeptanz sein und den Kryptowährungen zusätzlichen Aufschwung bringen.

Was die wichtigsten Kryptowährungen angeht, müssen jedoch noch einige technische Hürden überwunden werden. Wenn sich der momentane Trend allerdings weiterentwickelt, könnte sich der Markt schnell deutlich nach oben bewegen. Sollten Visa und PayPal scheitern, ist es wahrscheinlicher, dass es weitere Zusammenschlüsse geben wird. Wie sich dies also entwickeln wird, wird sich erst zeigen.

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