Das Potenzial von VR noch kaum genutzt

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VI-Potential
@ wayne0216, depositphotos.com

Sicherlich hat jeder von uns schon über die Virtual Reality gehört, aber nur die wenigsten VR in der Praxis ausprobiert. Die meisten Nutzer finden sich bis jetzt noch in der Gaming Branche, aber auch im Tourismus und in der Häuserplanung kommt die virtuelle Realität häufig zum Einsatz.

Aber auch in Ausbildungsbetrieben kann die virtuelle Umgebung von großem Nutzen sein. Die Deutsche Bahn als Beispiel hat in diesem Jahr das VR-Training in ihr Fortbildungsprogramm integriert und will damit bis Jahresende jede Menge neue Zugbegleiter schulen. Durch die VR-Brillen lernen die Mitarbeiter viel effizienter, wie sie den ICE 4 bedienen können und sich z.B. Bremsen von der Hand lösen oder Bugklappen öffnen lassen. Für viele Menschen allerdings handelt es sich bei der Virtual Reality um eine technische Spielerei, da zumindest bis jetzt noch zahlreiche Gelegenheiten fehlen, um das große Potenzial von VR auszuschöpfen.

VR – in der Ausbildung

Durch die virtuelle Realität können Schulungen von überall aus durchgeführt werden, da hierzu lediglich das jeweilige VR-System notwendig ist. Dadurch können Unternehmen Kosten sparen und vor allem auch die Aus- und Fortbildungen viel Praxis-effizienter vornehmen. Die Mitarbeiter brauchen also nicht unbedingt am selben Ort wie Züge oder Maschinen sein und können auch durch simulierte Notfälle sehr gut auf Ernstfälle trainiert werden. Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch eine geringere Verletzungsgefahr, wenn Azubis in der Virtual Realtity z.B. den Umgang mit Kettensägen lernen, was beim Unternehmen Stihl der Fall ist. Aber auch beim Brandschutz ist es wichtig, gefahrlos mit Feuer umgehen zu können oder in zahlreichen anderen handwerklichen Berufen. Obwohl VR sicherlich die echte Ausbildung in der Praxis nicht ersetzen kann, ist sie auch bei Medizinstudenten sehr interessant, da lebensgefährliche Konsequenzen bei Fehlern ausgeschlossen werden. Ausbildungs- und Produktionszeiten können also durch die virtuelle Realität deutlich verkürzt und Verletzungsgefahren durch eine falsche Handhabung verringert werden.

Was ist Social Virtual Reality?

Zur Virtual Reality zählt jetzt auch das soziale Umfeld. Dabei handelt es sich um Treffpunkte in virtuellen Räumen, um miteinander Kontakt zu haben. Volkswagen als Beispiel benützt diese Technologie, um unter den Mitarbeitern als Avatare in Kontakt zu treten. Aber auch der VRChat macht deutlich, dass sich hinter den anwesenden Fabelwesen oder Comicfiguren durchaus echte Menschen befinden, die einem aufrichtig zuhören und auch wirklich im virtuellen Raum vertreten sind. Das Besondere dabei ist, dass man bei der Social Virtual Reality auch die Körpersprache sehen kann, weshalb man sich hier viel näher kommen kann, als z.B. in einer Community oder auch in vielen Games unter Gleichgesinnten. Es gibt sehr viele Menschen, die sich in ihrem sozialen Umfeld nicht öffnen können und sogar Angst haben, zum Einkaufen zu gehen. Durch Optionen wie den VRChat lernt man allerdings, wie man auch im echten Leben den Mitmenschen offener begegnen kann. Die Social Virtual Reality könnte deshalb in Zukunft zu einer Therapiealternative zählen, von der unzählige Menschen nicht nur am Arbeitsplatz oder im Berufsleben profitieren können.

Warum ist das VR-Potenzial noch so begrenzt?

Es gibt sicherlich viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter ebenfalls durch Virtual Reality ausbilden möchten, aber dafür einfach noch die finanziellen Mittel fehlen. Obwohl VR-Systeme erschwinglich sind, kommen noch hohe Kosten durch die notwendigen Programmierungen und Anpassungen hinzu, die sich natürlich auch nicht jedes mittelständische oder kleine Unternehmen leisten kann. Der große Durchbruch ist also noch lange nicht der Fall, da leider auch die Anwendungsmöglichkeiten bis jetzt noch ziemlich begrenzt sind. Bis jetzt lassen sich beispielsweise simulierte Gegenstände noch nicht anfassen, da hierzu spezielle Tools notwendig sind. Für die Zukunft sind deshalb auch Lösungen für Mixed-Reality vorgesehen, bei denen die Unternehmen die notwendige Software auch ohne komplizierte Programmierkenntnisse integrieren können.

Was den privaten Gebrauch der VR-Brillen angeht, so geht man bis jetzt noch davon aus, dass die meisten Menschen andere mediale Unterhaltungsangebote für das Smartphone vorziehen und das Potenzial der mobilen VR einfach noch viel zu begrenzt ist. Die Suche nach hochwertigen Inhalten sollte deshalb besser optimiert werden, da ansonsten der Fernseher und das Entspannen auf der Couch nach einem harten Arbeitstag viel interessanter ist.

Angst vor Virtual Reality?

Sicherlich kann natürlich auch die Angst dazu beitragen, von einer VR-Brille abzusehen. Wer die Brille aufhat, ist dadurch nicht mehr in der Lage zu sehen, was im persönlichen Umfeld passiert. Angst vor dem Auslachen oder der sozialen Isolation kann deshalb durchaus der Fall sein. Allerdings sollten die Vorteile anhand der oben aufgeführten Faktoren überwiegen, es kommt also in erster Linie auf den gewünschten VR-Effekt oder Nutzen darauf an. Wer z.B. einen Film anschauen oder sich „sportlich“ betätigen will, braucht vor einer VR-Brille sicherlich keine Angst zu haben. Auch bei der Wohnungs- oder Hausplanung kann man durch Virtual Reality profitieren, da sich die Räume durch die virtuelle Darstellung viel besser visualisieren lassen.  In Online-Shops oder auch in der Tourismusbranche können Angebote besser und vor allem deutlicher präsentiert werden, was dann natürlich auch zu effizienteren Kaufentscheidungen beitragen kann. Bis jetzt ist die VR-Technik allerdings längst noch nicht perfekt, da häufig über die Bildqualität geklagt wird und die Brillen teilweise auch etwas verlangsamt auf die Trägerbewegungen reagieren.

 

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