Von Paypal bis Payoneer – digitale Bezahlsysteme

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© mirexonlife, depositphotos.com

Wenn Sie Waren oder Dienstleistungen im Internet anbieten wollen, müssen sich früher oder später mit den Zahlungsmöglichkeiten auseinandersetzen, die Sie Ihren Kunden anbieten wollen. Heutzutage sind Zahlungsmethoden wie der Bankeinzug oder die Scheckkarte nicht mehr ausreichend. Kunden verlangen nach elektronischen Zahlungssystemen, die leicht zu bedienen sind. Sie müssen fälschungssicher, konvertierbar und umlauffähig sein. Kunden muss ein möglichst risiko- und aufwandarmer Zugang gewährleistet werden.

Das sogenannte Netzgeld wird besonders in Webshops genutzt, als Ergänzung zu den klassischen Bezahlmethoden wie Kreditkarte, Lastschrift, Rechnung und Nachnahme. Oftmals müssen diese Konten erst durch eine Überweisung mit einem Geldeingang bestückt werden und stehen dann dem Inhaber als digitales Geld zur Verfügung. Für den E-Commerce Handel gelten sie als eine der sichersten Verfahren um im Internet Geschäfte abwickeln zu können.

Der Internetboom beflügelte den elektronischen Zahlungsverkehr

Der Boom des elektronischen Zahlungsverkehrs begann um das Jahr 2000 herum. Das Internet begann populär zu werden und stand einer größeren Anzahl von Menschen zur Verfügung. Das erkannten viele Händler und fingen an Waren und Dienstleistungen anzubieten. Das größte Problem waren aber die Zahlungsmethoden, die noch nicht auf dieses Medium angepasst waren. Zwar wurden in den ersten Jahren fast alle Verkäufe an Privatpersonen mit Zahlungssystemen die auf Kreditkarten basieren durchgeführt, die aber keine Sicherheit boten. Die Banken hatten sich nicht an dieses neue Medium angepasst und boten keine elektronischen Sicherheitsmaßnahmen an. Kriminellen wurde leichtes Spiel gemacht, da man nur mit der Kreditkartennummer und der Sicherheitsnummer hohe Beträge auf dem Internet bewegen konnte. Die Nachfrage nach einem sicheren Zahlungssystem wuchs.

Kreditkarte galt damals als unsicher

Besonders wurde diese Angst durch einen der größten Internet Betrugsfälle geschürt. Im Jahr 2000 stohlen Betrüger aus Russland und Osteuropa die Informationen von 32.000 Kreditkarten. Sie benutzten diese Daten um über 17 Millionen englische Pfund über mehrere Jahre zu ergaunern. Sie genossen ein luxuriöses Leben in Schlössern in England, spanischen Villas und Luxussuites in London. Sie reisten nur erste Klasse und schliefen nur in 5 Sterne Hotels. Außerdem gaben Sie ein kleines Vermögen für Designer Bekleidung aus! Sie flogen nur auf, weil ein Gangmitglied in einer Routineüberprüfung der Polizei auffiel. In seinem Auto befanden sich 40 Luxus Handys. Damit gelang der Polizei die Gruppe 2007 zu stoppen. Fünf Mitglieder der Gruppe wurden zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Eine große Anzahl kleinerer Gruppen machten seit 2000 Schlagzeilen mit verschiedenen Kreditkarten Betrügereien.

Paypal als Gegenpol zur Kreditkarte

Genau zu diesem Zeitpunkt wurde PayPal gegründet, der heute weltweit größte Anbieter für elektronische Zahlungssysteme. Mit Stammsitz in Palo Alto, Kalifornien, ist es heute der Markenname für online Bezahlsysteme. Mit einem Umsatz von mehr als 8 Milliarden $ beherrscht er den weltweiten Markt. Die Identität der PayPal Kunden wird durch die E-Mail Adresse des jeweiligen Mitglieds definiert. Mit dem Konto können Zahlungen ausgeführt und empfangen werden. Die Zahlungsabwicklung ist unabhängig von der Leistungserbringung durch den Verkäufer und die Zahlungen werden dem Zahlungsempfänger sofort gutgeschrieben. Das verkürzt die Bearbeitungszeiten und den Versand. In den Vereinigten Staaten werden Mitgliedern sogar Debit Kreditkarten ausgegeben. Mit dem jeweiligen Konto kann man Bankkonten und Kreditkarten verbinden. Auszahlungen werden direkt auf das jeweilige Bankkonto gemacht und Einzahlungen können sofort von einer Kreditkarte getätigt werden. Durch die Verbindung mit einer Kreditkarte können Zahlungen auch sofort von der Karte abgezogen werden, ohne dass erst Beiträge auf das PayPal Konto eingezahlt werden müssen. Kosten entstehen nur wenn Zahlungen empfangen werden.

Clickandbuy, die deutsche Paypal-Alternative

In Deutschland versucht das Tochterunternehmen von der Telekom AG einen sicheren elektronischen Zahlungsverkehr anzubieten. 2010 wurde ClickandBuy eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist ein Onlinebanking-fähiges Konto, aber alle Anforderungen und Dienstleistungen entsprechen denen von PayPal. Im Gegensatz zu dem amerikanischen Unternehmen ist ClickandBuy relativ klein, hat aber einen großen Anteil an dem deutschen elektronischen Bankverkehr.

Payoneer mit eigener Masterkarte

Das amerikanische Unternehmen mit Sitz in New York City wurde 2005 gegründet und bietet ein elektronisches Konto mit einer Debitkarte an. Zahlungen können von Mitgliedern angenommen werden und von vielen internationalen Unternehmen. Der Vorteil liegt in der Internationalität des Unternehmens, die die Devisen in 100 verschiedenen Währungen und in 200 Ländern anbietet. Der Payoneer Kunde kann mit der Masterkarte des Unternehmens an jedem Geldautomaten über sein Geld verfügen.

Mobile elektronische Zahlungssysteme

Mit der Verbreitung der Smartphones entwickeln sich die elektronischen Zahlungssysteme weiter. Einige Unternehmen bieten schon heute den komplett bargeldlosen Verkehr an. Mit ihrem Handy starten Sie das App des Unternehmens und können mit ihm in Zukunft in jedem Geschäft bezahlen. Die Software übernimmt den Zahlungsverkehr, der in Zukunft absolut sicher sein soll. Man geht davon aus, das Ende 2017 schon über 50% der Zahlungen durch die mobilen Zahlungsmöglichkeiten abgeschlossen werden.

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