Unternehmensgründung mit Partnern – Was muss man beachten?

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© SergeyNivens, depositphotos.com

Passende Partner für eine Unternehmensgründung zu finden ist nicht sehr einfach. Es erfordert klare Verhältnisse, Offenheit und natürlich auch eine sehr große Portion Vertrauen. Nicht umsonst wird eine Unternehmensgründung mit Partnern auch als Firmenehe bezeichnet.

Bevor man sich nach einem geeigneten Partner für die Unternehmensgründung umsieht, sollte allerdings erst einmal ein Plan erstellt werden aus dem hervorgeht, welche Bereiche der eigentliche Gründer nicht abdecken kann und welche besonderen Fähigkeiten er selbst mitbringt. Dabei kann es sich um Fachwissen handeln, finanzielle Aspekte wie fehlendes Eigenkapital, oder einfach nur um Aufgaben zu delegieren.

Mögliche Partner lassen sich im Freundeskreis finden, unter den eigenen Verwandten, sowie auch über spezielle Karrierenetzwerke über das Internet.

Ist es eine gute Idee ein Start-up mit einem Freund zu gründen?

Ein Start-up mit einem Freund zu gründen hört sich eigentlich nach einer fantastischen Idee an. Allerdings ist so eine Art von Partnerschaft mit einer Ehe vergleichbar, weshalb man sich diesen Schritt auch wirklich gut überlegen sollte.  Wer sich geschäftlich mit einem Freund oder Freunden binden möchte, sollte sich vorab eine Frageliste ausarbeiten. Darin kann er sehen, was jeder der Beteiligten im Prinzip besser als der andere kann, wie hoch für jeden das maximale finanzielle Risiko ist und was passiert wenn die gesetzten Ziele im schlimmsten Fall nicht erreicht werden können. Je klarer die Fragen und Antworten, desto besser wirkt sich das auf die gemeinsamen Aktivitäten aus. Die Liste lässt sich natürlich beliebig verlängern, auch ist es wichtig im Vorfeld abzuklären, wie lange jeder ohne festes Einkommen mit seiner Familie auskommen kann.

Es ist also empfehlenswert sich selbst und die zukünftigen Partner vorab zu prüfen, um unangenehmen Überraschungen in der Zukunft so gut wie möglich aus dem Wege zu gehen. Diskussionen werden sicherlich im Laufe der Zeit vorkommen. Wenn man aber rechtzeitig weiß, wie und was der Partner alles akzeptieren kann, dann liegt in diesem Fall eine klare Situation vor, die man dann in der Regel auch verhältnissmässig gut meistern kann.

Welche rechtlichen Regelungen sollte man vorher treffen?

Rechtliche Regelungen sind für eine Unternehmensgründung mit Partnern auf jeden Fall erforderlich, auch wenn es sich dabei um den besten Freund handelt. Freiberufler können beispielsweise eine Partnergesellschaft gründen, dazu werden die Gesellschafter im Partnerschaftsregister eingetragen. Für eine Partnergesellschaft gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestkapitaleinlage. Was die Geschäftsführung angeht, so sind alle Partner berechtigt, außer es ist eine andere Abmachung im Partnerschaftsvertrag festgehalten. Die Partner haften persönlich für die gemeinsamen Verbindlichkeiten, was übrigens auch ein Unterschied zu einer Bürogemeinschaft ist.

Eine andere Rechtsform für eine Unternehmensgründung mit Partnern ist die GbR, also die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die bereits mit den ersten Tätigkeiten der Gründungspartner entsteht und auch nicht extra bei einem Amt angemeldet werden muss. Ein Gesellschaftervertrag ist in diesem Fall ausreichend.

Egal für welche Rechtsform man sich letztendlich entscheidet, wichtig ist auf jeden Fall erst einmal alle Befugnisse und mögliche Streitfälle schriftlich festzulegen, um Unstimmigkeiten schneller aus der Welt zu schaffen.

Die Wahl der richtigen Rechtsform

Die richtige Wahl der Rechtsform zählt mit zu den wichtigsten Entscheidungen bei einer Unternehmensgründung mit den geeigneten Partnern. Dadurch werden nicht nur die Geschäftsführung und die Vertretung festgelegt. Sondern es werden auch das Rechtsverhältnis, die Höhe und Form was das Kapital angeht, die Befugnisse, Mitbestimmung und die Haftung festgelegt. Im Prinzip werden bei dieser Entscheidung der Gesamtzweck und die Glaubwürdigkeit des Unternehmens festgelegt.

Die beliebteste Rechtsform ist eine GmbH, die aber im Vergleich zu einer GbR oder einer Partnergesellschaft viel aufwendiger und kostspieliger ist. Im Prinzip können allerdings so gut wie alle Gesellschaftsformen nach einer gewissen Zeit in eine GmbH durch einen offiziellen Rechtsbeistand umgewandelt werden.

In vielen Fällen ist eine Unternehmensgründung mit Partnern schon nach wenigen Monaten wieder zum Scheitern verurteilt, wenn von Anfang an blindes Vertrauen vorliegt. Selbstverständlich ist Vertrauen ein Muss, um sich auf das jeweilige Tätigkeitsfeld der Partner verlassen zu können. Aber zu großes Vertrauen ist auch nicht immer angebracht. Ein weiterer Grund kann eine unterschätze Unkenntnis der Partner sein.

Laut Statistiken resultieren Misserfolge bei einer beruflichen Partnerschaft auch aus mangelnden Vorbereitungen und unzureichenden, oder fehlerhaften vertraglichen Vereinbarungen bei der Existenzgründung. Um zumindest diese Punkte im Vorfeld zu klären, ist es ratsam sich die benötigten Verträge von einem Rechtsanwalt aufsetzen zu lassen und vorher die jeweiligen Aufgaben und Kompetenzen in einem gut ausgearbeiteten Plan mit den Betroffenen abzuklären. Dazu gehört auch ein Finanzplan, der sich aus dem Eigenkapital und den zu erbringenden Einlagen der jeweiligen Partner zusammensetzt. Nur wer sich in jeder Beziehung gut vorbereitet, kann bei einer Unternehmensgründung mit seinen Partnern Erfolg haben und sich dabei voll auf das eigentliche Kerngeschäft konzentrieren.

 

 

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