Office Sharing – ein Erfolgskonzept für Gründer

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© Wavebreakmedia, depositphotos.com

Der Begriff der Share Economy scheint sich zum Modewort unserer Zeit zu entwickeln. Ist das ein postmaterialistischer Ansatz, weil sich die Kultur des Eigentums dabei zurück entwickelt? Oder steht Share Economy im Gegenteil für den Turbokapitalismus, der es gar nicht mehr zulässt, die Zeit für Besitztümer aufzuwenden und zu pflegen? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Ob Airbnb, das Auto oder das Büro: Wir leben in einer Zeit, in der dauernd irgendetwas geteilt wird. Und damit sind ausnahmsweise mal keine Fotos in sozialen Netzwerken gemeint, sondern real existierende Dinge wie die Wohnung, der Wagen oder der Arbeitsplatz. Die am weitesten verbreitete Art des Sharing im beruflichen Kontext dürfte inzwischen das Office Sharing sein. Also das Teilen der Arbeitsstätte mit anderen Menschen, die ebenfalls dort arbeiten, allerdings geschäftlich nichts mit einem zu tun haben. Hierbei kann es natürlich zu Synergieeffekten kommen, wenn zwei oder mehr Leute in einem Büro in der gleichen Branche tätig sind. Womit auch schon ein positiver Aspekt des Coworking, wie es auf Neudeutsch heißt, genannt wäre. Coworking ist also die elegante Art, nicht zuhause arbeiten zu müssen und der Tätigkeit eine – zumindest räumliche – Struktur zu geben. Es stehen weltweit immer mehr Coworking Spaces zur Verfügung und das Konzept entwickelt sich immer weiter, wie auch die Global Coworking Survey zeigt.

Gründer und Jungunternehmer sind fürs Coworking prädestiniert

Wer ein Unternehmen ins Leben ruft oder sich selbständig macht, entscheidet sich aus finanziellen Gründen nicht selten für den heimischen Schreibtisch als ersten Arbeitsplatz, der dann den etwas schmuckeren Namen Home Office bekommt. Doch in der Realität der täglichen Routine stellen viele Gründer schnell fest, dass der Arbeitsplatz den Anforderungen des Jobs nicht genügt oder sie in den eigenen vier Wänden nicht ausreichend Motivation aufbringen. Genau dann ist das Office Sharing der richtige Ansatz. Meist tun sich dabei mehrere Jungunternehmer zusammen, was in Zeiten der Share Economy für alle vorteilhaft ist. Denn so lassen sich nicht nur die Kosten teilen, sondern auch die Verantwortung (gegenüber dem Vermieter) und die Sorgen beim Job. Vor allem dann, wenn die Arbeitsgebiete in etwa deckungsgleich sind.

Welche Vorteile bieten sich durch Office Sharing?

Neben den genannten Pluspunkten der Synergieeffekte und der geteilten Kosten und Verantwortung hat ein geteiltes Büro selbstverständlich noch einige weitere Vorzüge. Die Gestaltung etwa bleibt den Mietern – natürlich in Absprache mit dem Vermieter – selbst überlassen.

Zugleich stellt sich schon beim Betreten der Büroräume am Morgen nicht das Gefühl der Isolation ein, das möglicherweise über dem Home Office schwebt und das die Kreativität schwer eindämmen kann. Üblicherweise achten die Mieter beim Office Sharing überdies darauf, dass die Räumlichkeiten auch ein repräsentatives Zimmer beinhalten, in denen etwa Geschäftspartner empfangen werden können.

Dauerhafte Lösung oder nur eine vorübergehende Erscheinung?

Diese Frage zielt nicht auf die Institution des Office Sharing in seiner Existenz ab, sondern darauf, ob diese Erscheinungsform für die Mieter selbst zu einer beständigen Art des Arbeitens werden kann. Die Gegenfrage kann aber nur lauten: wieso nicht? Wenn die Vorteile die Nachteile überwiegen, steht der Dauerlösung eigentlich nichts im Wege. Schwierig wird es allerdings zu dem Zeitpunkt, an dem der Jungunternehmer oder Existenzgründer nicht länger als „One Man Show“ fungiert, sondern Mitarbeiter einstellen möchte. Wenn das geteilte Büro von einer Firma dominiert wird, ergibt das selten eine gute Atmosphäre. In diesem Fall empfiehlt es sich, mit den Mitarbeitern des eigenen Unternehmens auszuziehen und neue Büroräume anzumieten.

Das Teilen endet nicht bei den Kosten

Dass die Idee des Teilens beim Office Sharing nicht bei den anfallenden oder laufenden Kosten endet, sondern auch Verantwortung beinhaltet, wurde bereits erwähnt. Doch daneben lassen sich viele weitere Punkte finden, die den finanziellen Aspekt betreffen. Die Kaffeemaschine hat ihren Geist aufgegeben? Die Büromieter teilen sich die Kosten für eine neue. Wenn der Drucker streikt, gilt das gleiche Prinzip. Und gehen die Büromaterialien zur Neige, dann lassen sich die Anschaffungskosten für Papier, Kugelschreiber und Büroklammern natürlich auch auf mehrere Schultern verteilen.

Die Idee des Teilens ist so alt wie der Mensch selbst. Verwunderlich ist eher, dass es bis in unsere Zeit gedauert hat, bis daraus ein Geschäftsmodell, ja ein eigener Wirtschaftszweig erwachsen ist. Ob der Fahrdienst Uber, Carsharing-Unternehmen, Übernachtungsanbieter oder eben Vermieter eines Coworking Space, wie man sie auf www.coworking.de findet – mit dem Teilen wird natürlich auch Geld verdient. Entscheidend dabei ist aber, dass die Idee Gründern und Jungunternehmern deutlich mehr nutzt, als sie schadet und daher ein interessantes und alternatives Konzept darstellt.

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