Hedgefonds – riskant aber gewinnbringend

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© g0d4ather, depositphotos.com

Der englische Begriff Hedgefonds bezieht sich auf Anlagefonds in allen Kategorien, wobei auf steigende und sinkende Kurse gesetzt wird. Hedge übersetzt bedeutet Absicherung, es wird  bei diesem Investment also nicht nur auf steigende Märkte spekuliert, sondern man kann sich dabei auch bei fallenden Märkten Renditen sichern.

Hedgefonds werden aktiv verwaltet, es geht dabei um hohe Renditen die deshalb dementsprechend auch mit einem hohen Risiko verbunden sind. Investoren stehen außer Aktien oder anderen Wertpapieren auch uneingeschränkte Futuregeschäfte zur Verfügung. Gegebenenfalls wird bei Hedgefonds sogar auf Kredite spekuliert um einen Hebel zu bewirken. Hedgefonds sind in Deutschland erst seit 2004 zugelassen.

Zu den bedeutendsten Hedgefonds zählen unter anderen die Bridgewater Associates, das AQR Capital Management in den USA, sowie auch der 1969 von George Soros gegründete Quantum Funds, der mit der Global-Macro-Strategie ein Vermögen durch die Spekulation auf die Abwertung des britischen Pfunds verdiente.

Welche Hedgefonds-Strategien gibt es?

Was die Handelsstrategien für Hedgefonds angeht, so kann sich das Management einer Vielzahl von unterschiedlichen Strategien bedienen, da die Regulierungsanforderungen in diesem Fall nur sehr gering sind.

Zu den beliebtesten und gängigsten Hedgefonds-Strategien zählen:

Arbitrage-Strategie

Arbitrage Geschäfte waren früher sehr stark verbreitet, als die Wertpapiere beispielsweise noch direkt am Börsenplatz gekauft wurden und nicht wie heute bequem über den elektronischen Handel. Diese Strategie wird vorwiegend bei Anleihen eingesetzt wie z.B. bei Staats- oder Industrieanleihen. Preisunterschiede werden hierzu zwischen gleichen Investitionen genutzt und Marktrisiken sollen dadurch systematisch ausgeschaltet werden.

Long Short Equity

Die Long Short Equity ist eine der am häufigsten benützten Strategie bei den Hedgefonds. Dabei handelt es sich um den Kauf und den Verkauf von Long-Positionen und Short-Positionen, d.h., es werden unterbewertete Aktien vom Fondsmanagement gekauft, sowie überbewertete Wertpapiere gleichzeitig wieder verkauft. Der Einsatz dieser Positionen kann aber auch auf Rohstoffe, Derivate, sowie auf Devisen erfolgen.

Global Macro

Bei dieser Hedgefonds-Strategie wird auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gesetzt. Aufgrund von tiefgehenden Prognosen und Analysen der unterschiedlichen Branchen und Märkte wird auf die zukünftige Kursentwicklung von Rohstoffen oder anderen Anlageformen spekuliert. Diese Strategie ist eine der erfolgreichsten was Hedgefonds angeht, da sie im Prinzip auf die Entwicklung aller Anlageformen setzt, die insgesamt zur Verfügung stehen.

Event-Driven-Strategie

Das Ziel dieser Handelsstrategie ist, auf bestimmte Events oder wichtige Ereignisse wie Fusionen, Sanierungen oder auch auf Übernahmen zu spekulieren, die eine deutliche und vor allem sichere Kursbewegung auslösen. Da diese Ereignisse in der Regel einen steigenden Kurs bei den übernommenen Unternehmen und einen sinkenden Wert bei den übernehmenden Unternehmen auslösen, ist die Event-Driven-Strategie ebenfalls bei den Hedgefonds sehr beliebt, da hier vergleichsweise sehr hohe Renditen winken.

Managed Futures

Hierbei handelt es sich um eine in der Regel computerbasierte Trendfolgestrategie, wobei vorwiegend auf die Preisentwicklung von Futures und Optionen wie Rohstoffe und Devisen spekuliert wird, es kann also von steigenden und sinkenden Kursen profitiert werden. Managed Futures oder auch als CTA (Commodity Trading Advisors) bekannt, sind Hedgefonds-Strategien ohne eine bestimmte Risikoklassifizierung.

Leerverkäufe

Was Leerverkäufe angeht, so können bei den Hedgefonds im Gegensatz zu den klassischen Fonds Aktien auch gezielt leerverkauft werden, damit ein Profit bei fallenden Kursen zu erwarten ist.

Vor- und Nachteile von Hedgefonds

Der Vorteil von Hedgefonds liegt eindeutig bei dem deutlich höheren Gewinnpotenzial. Da es sich dabei um weniger strenge Regeln und Kontrollorgane handelt, kann man im Gegensatz zu anderen Fondsarten bei den Hedgefonds viel selbständiger und freier agieren. Aufgrund des hohen Anteils an Fremdkapital werden die Renditen erheblich vergrößert. Sie dienen der Diversifikation des Portfolios, da die Performance je nach der Anlagestrategie nur wenig mit den Aktienmärkten korreliert.

Was die Nachteile von Hedgefonds betrifft, so liegt dieser bei dem hohen Risiko, da es sich dabei um beachtliche Summen handelt, die bis zu einem Totalverlust führen können. Anfänger sollten von Hedgefonds ohne fachkundliche und verlässliche Beratung auf jeden Fall erst einmal Abstand nehmen, denn nicht umsonst ist diese Form der Kapitalanlage für den öffentlichen Vertrieb nicht zugelassen.

Der Fonds-Manager ist vom Erfolg eines Hedgefonds in einem erheblichen Ausmaß abhängig, da die Vorgehensweise mit einer Wette oder auch mit einer sehr risikoreichen Spekulation vergleichbar ist. Um die erhofften Renditen um ein weiteres zu steigern, wird in vielen Fällen gerne Fremdkapital aufgenommen, um den Leverage Effekt oder die Hebelwirkung noch zu verstärken, da das Fremdkapital dann um ein Vielfaches höher ist, als das vorhandene Eigenkapital. Fonds-Manager haben sich an den Hedgefonds zu beteiligen und sind gegebenenfalls auch persönlich haftbar, sie sind mit rund 20 % Gewinn beteiligt.

Hedgefonds haben weltweilt ca. 3 Billionen US-Dollar Volumen, sie zählen zu den Anlageprodukten die mit am stärksten am wachsen sind. Die meisten Hedgefonds sind an sogenannten Offshore-Finanzplätzen datiert.

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