Handelsmittler im Außenhandel

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@ AndreyPopov, depositphotos.com

Wollen Sie sich als Importeur selbständig machen, überlegen Sie sich gut, ob Sie nicht als Handelsmittler beginnen. Ein Handelsmittler importiert nicht direkt, sondern vermittelt Warenumsätze, teils bis zur Abschlussreife eines Vertrages, teils bis zum rechtswirksamen Abschluss des Geschäftes. Deshalb wird ein Handelsmittler auch nie Schuldner eines Lieferanten.

Viele Handelsrisiken wie das Transportrisiko, Kreditrisiko, Währungs- und Kursrisiko und Qualitätsrisiko trägt dann der Importeur oder Exporteur, nie aber Sie als Handelsmittler.
Der Importrepräsentant, wie der Handelsmittler auch bezeichnet wird, erhält für seine Vermittlungstätigkeit eine Provision und manchmal auch noch einen Ersatz seiner Auslagen und Spesen. Die rechtlich vorgesehenen Pflichten und Rechte des Handelsmittlers entsprechen des gewöhnlichen Handelsvertreters und sind im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt. Das gilt auch für einen vielleicht zu leistenden Ausgleichsanspruchs (§89b HGB), wenn aufgrund der Bemühungen eines Handelsmittlers ein bleibender Vorteil für ein Unternehmen begründet wurde.

Es gibt Handelsmittler, die sehr schnell viel Geld verdient haben. In den seltensten Fällen handelt es sich bei ihnen aber um Glücksritter. Vielmehr zeichnen sich viele durch Energie, Tüchtigkeit, persönlichem Einsatz und umfassende Kenntnisse der Absatz- und Wettbewerbsverhältnisse aus. Von Anfangserfolgen geblendet, haben sich einige aber bald zu zweifelhaften Geschäftsgebaren hinreißen lassen. So lassen sich manche Handelsvertreter die volle Provision vom Importeur und vom Exporteur bezahlen.

Aber Achtung: Verfahren Sie nicht so, denn solches Geschäftsgebaren spricht sich schnell herum! Sie würden damit nicht nur Ihren guten Ruf aufs Spiel setzen, sondern auch Ihre wirtschaftliche Existenz gefährden.

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