Festgeldsparen im Ausland schlägt deutsche Niedrigzinsen

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© SergeyNivens, depositphotos.com

Geld leihen ist derzeit so einfach wie nie. Normalverbraucher freuen sich, Sparer ärgert‘s. Sparbuch, Fest- und Tagesgeld werfen fast keine Rendite mehr ab. Nach Abzug der Gebühren und in Anbetracht der Inflationsrate bleibt am Ende so gut wie nichts mehr übrig. Daher schauen viele Anleger über die Ländergrenzen, wo es höhere Zinsen gibt. Haben Sie auch schon einmal daran gedacht, Ihr Geld in ausländische Festgeldeinlagen zu investieren? Wir erklären, wie es funktioniert.

Festgeld in Europa anlegen – wie funktioniert das?

Banken in Europa bieten höhere Zinsen auf Geldeinlagen als deutsche Banken. Es gibt Finanzexperten, die sich darauf spezialisiert haben, die besten Angebote für deutsche Anleger herauszufiltern und sie bei der Eröffnung des Festgeld-Kontos bei den jeweiligen europäischen Banken zu unterstützen. Ist das Festgeldkonto eröffnet, können Sparer sich entscheiden, wie lange sie das Geld fest anlegen wollen. Allerdings sollten Sparer sich im Klaren darüber sein, dass sie während der Laufzeit des Festgeldvertrages nicht auf das angelegte Geld zugreifen können.

Festgeld anlegen – wie hängen Laufzeit und Zinsen zusammen?

Meist beginnt die Laufzeit von Festgeldverträgen bei 12 Monaten und kann mehrere Jahre betragen. Während der Laufzeit hat der Sparer keinen Zugriff auf das angelegte Kapital. Die Verzinsung steht von vornherein fest und ändert sich nicht. Je länger die gewählte Laufzeit, desto höher der feste Zinssatz. Denn, wenn die Bank für einen langfristigen Zeitraum mit dem Kapital arbeiten kann, kann sie diesen gewinnbringender einsetzen, als wenn  sie stets damit rechnen müsste, dass Anleger kurzfristig wieder über ihr Kapital verfügen wollen. Am Ende der Laufzeit wählt der Anleger aus zwei Optionen: Entweder das angelegte Kapital samt Zinsen wird zurück auf sein Verrechnungskonto überwiesen oder neu investiert. Dazu wird das ursprüngliche Kapital und Zins summiert und der volle Betrag zu aktuellen Marktbedingungen neu angelegt. Das nennt man Prolongation. Der Nachteil für Sparer: um von den hohen Zinsen zu profitieren, können sie während der Laufzeit nicht auf ihr Kapital zugreifen. Wie Sie das umgehen können, erklären wir Ihnen im nächsten Absatz.

Festgeld im Ausland anlegen – wie steht es mit der Sicherheit?

Natürlich sollte nicht nur die Höhe der Zinssätze, sondern auch die Sicherheit Ihre Entscheidung beeinflussen. Um den Schutz von Anlegern europaweit zu harmonisieren, hat das Europäische Parlament 2014 eine Richtlinie festgelegt, die von der Mehrzahl der europäischen Länder bereits umgesetzt wurde. Online-Portale, die sich auf Kapitalanlagemöglichkeiten im Ausland spezialisiert haben, wählen daher nur Partnerbanken, die eine Einlagensicherung gemäß der EU-Richtlinie 94/19/EG vorweisen können. Das heißt für den Sparer in Deutschland: sollte die Bank in Zahlungsschwierigkeiten geraten, sind Einlagen bis zu 100.000 Euro geschützt. Um auch während längerer Laufzeiten flexibel zu bleiben, ist es ratsam, das zur Verfügung stehende Kapital auf mehrere Festgeldverträge mit unterschiedlichen Laufzeiten aufzuteilen. So wird ein Teil des Kapitals schon nach 12 Monaten wieder frei, während der Rest für längere Zeit zu höheren Zinsen fest angelegt bleibt.

 

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