Die neue Welt der Lieferroboter und Paketdrohnen

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© nicholashan, depositphotos.com

Nicht nur die Düsseldorfer sind schon auf den groß angekündigten Lieferroboter gespannt, der in den nächsten Tagen vom Media Markt auf die Straße geschickt werden soll. Der kleine Roboter mit seinen sechs Rädern wird im Stadtteil Grafenberg zum ersten Mal getätigte Bestellungen bis vor die Haustür seiner Kunden liefern.

Was die geplante Geschwindigkeit auf dem Bürgersteig angeht, so bringt es der kleine Zwerg, der eher einem Mars Rover wie einem Roboter ähnelt, auf bis zu fünf Stundenkilometer.

Das vorgesehene Testprogramm wird aber nicht nur erstmals in Düsseldorf eingesetzt, sondern auch in Bern, London und anderen europäischen Städten. Um die Orientierung zu vereinfachen, ist der Lieferroboter mit insgesamt neun Kameras ausgestattet. Dadurch sollen Zusammenstöße verhindert werden. Zumindest bei den ersten Testversuchen sind die Roboter aber zum Glück noch nicht ganz auf sich alleine gestellt, denn im Hintergrund wird ein Aufseher bei Problemen sofort eingreifen können.

Der Paketdienst Hermes und die Media Markt Elektronikkette sind allerdings überzeugt davon, dass die Einsätze der Roboter eine preisewerte und schnelle Lieferung an die Kunden ermöglichen. Vor allem im städtischen Raum soll diese neuartige Zustellungsform nachhaltig revolutionieren.
h2>Der Einsatz von Drohnen

Drohen waren für die Deutsche Post DHL schon drei Monate lang zu Jahresbeginn in Reit im Winkl täglich eine Entfernung von 8 km im Einsatz. Vom Tal ab ging es auf die Alm in 1200 Meter Höhe. Die Post Drohne lieferte in dieser Zeit insgesamt über einhundert Pakete ab. Nach den erwarteten Anlaufschwierigkeiten mit den in Oberbayern eingesetzten Paketdrohnen konnten eilige Medikamente in weniger als 10 Minuten geliefert werden. Bei den 130 getätigten Lieferungen wurden übrigens auch problemlos weitere Entfernungen, sowie schwerere Traglasten getestet. Die Post hofft mit Hilfe von Drohnen auch weitere Belieferungen auf Berge, Inseln, oder auch in dünn besiedelten Gebieten besser und vor allem viel schneller bewältigen zu können. Die getesteten Ergebnisse werden jetzt allerdings erst einmal ausgewertet und dann der Einsatz von neuen Testgebieten entschieden.

Auch der Internetgigant Amazon will 2017 in Großbritannien Drohnen für die Auslieferung einsetzen, weshalb für nächstes Jahr ein Feldversuch schon feststeht. Dieser futuristische Service, von Jeff Bezos, dem Amazon Gründer großartig „Prime Air“ genannt, soll den Kunden Pakete bis zu 2,3 Kilogramm direkt vor die Haustür liefern. Dadurch können bei der Paketzustellung Kosten gespart werden. Der  Großteil der Lieferungen wird aber auch weiterhin vom Konzern übernommen, da die Amazon Drohnen dann nur eine geplante Strecke von ca. 16 Kilometern zurücklegen werden. Auch Wallmarkt will nächstes Jahr seine Kunden durch Drohnen beliefern lassen.

Wird das wirklich die neue Zukunft für Lieferungen sein?

Ob die Lieferroboter und Paketdrohnen wirklich die neue Welt der Zustellungen sein werden ist allerdings noch fraglich. Logistik Experten sind in dieser Beziehung eher skeptisch, da es schon jetzt an notwendigen Kontrollmechanismen und geeigneter Infrastruktur dazu fehlt, zumindest was zukünftige Massenlieferungen angehen soll.

Die neuesten Ideen der Logistik Branche hören sich allerdings total nach einem gut geschriebenen Science Fiction Roman an, da in der Zukunft eigentlich so gut wie alles möglich sein könnte. Bezos von Amazon schwebt ein komplexes Liefernetz mit zahlreichen Auflade- und Versorgungsstationen für seine Amazon Drohnen vor, damit die Kunden auch wirklich überall erreichbar sein können. Noch heftiger allerdings geht es bei den Plänen von Mole Solutions zu, bei dem es sich um ein Projekt von Paketrohrpost handelt. Bei diesem futuristischen Konzept geht es um ein unterirdisches Pipeline-System, was nicht nur ganz Großbritannien durchqueren soll, sondern sogar mehrere Länder, da unter anderem auch China und Indien bereits großes Interesse an diesem unterirdischem Tunnelsystem für Pakete in Kapseln gezeigt haben. Dieses Projekt wird vom britischen Umweltministerium in Zusammenarbeit mit DHL gefördert. Die mit den Paketen gefüllten Kapseln sollen dann unterirdisch auf einem Magnetfeld zum Kunden transportiert werden. Angeblich sollen die ersten Pipelines in Northampton für die Paketrohrpost entstehen.

Lohnt sich dieser ganze Aufwand überhaupt?

Allerdings stehen die meisten Menschen diesen spektakulären Zukunftsmodellen noch sehr skeptisch gegenüber, da sicherlich niemand einen Roboter vor der eigenen Haustür erwartet. Laut verschiedenen Umfragen ziehen es zumindest die meisten Deutschen vor, ihre Pakete auf herkömmliche Weise zugestellt zu bekommen. Allerdings schätzen Experten, dass bis 2018 das Paketvolumen um mindestens 4 % Prozent jährlich ansteigen wird, was ohne Verbesserungen der aktuellen Logistik-Systeme zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führen wird. Die Frage ist allerdings ob sich der Aufwand mit Drohnen, Robots und unterirdischen Tunnels lohnt, wenn man bedenkt, dass zumindest in Deutschland die LKW-Auslastungen zwischen 50 und 60 % liegen und somit sehr viele LKWs ohne Ware durch die Gegend fahren. Man sollte annehmen, dass Logistiker in der heutigen Zeit auch in der Lage sein sollten, auf eine deutlich höhere Auslastung mit den vorhandenen Daten und speziellen Software Sensoren zu achten.

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