Das Büro der Zukunft im Jahre 2030

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buero der zukunft
@ sellingpix, depositphotos.com

Überlegungen zur Zukunft erscheinen immer wie eine aus der Filmwelt entsprungene Idee. Fliegende Autos, die bereits vor 20 Jahren prophezeit wurden, gibt es nicht. Ebenso wenig wie eine papierlose und vollkommen digitale Welt. Bei dem heutigen Stand der Technik ist es allerdings sehr wahrscheinlich, dass in Zukunft immer mehr Arbeitsprozesse und Tätigkeiten durch neue Errungenschaften verbessert, beschleunigt und ersetzt werden.

Auch die Arbeitsplätze werden sich enorm verändern und technisch aufgewertet. Abläufe in einer Fabrik kann man so optimieren – Büroarbeiten werden effizienter, flexibler, kreativer. Da allein um die 40% aller Beschäftigten in Büros arbeiten, sind sich das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) sowie das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart einig, dass es die momentane Bürostruktur in der Zukunft nicht mehr geben wird.

Intelligente Räume

Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation setzt seit 2014 sehr stark mit der Frage auseinander, wie sich die zukünftige Büro- und Wissensarbeit zukünftig entwickeln wird. Im Allgemeinen nimmt man an, dass Räume in Zukunft intelligenter werden. So wird beispielsweise die Ausstattung immer mehr technisiert. Künftige Büros könnten mit Sensoren ausgestattet werden, die durch Sprachbefehle oder das Smartphone reagieren und Befehle ausführen. Damit ließen sich Temperatur- und Lichtverhältnisse regeln und dem eigenen Befinden anpassen. Weiterhin werden sowohl Tische als auch Wände interaktiv: Durch Befestigungen von Bildschirmen wird eine virtuelle Realität erschaffen, die Kommunikation und Datenaustausch omnipräsent macht. Dank einer Oberfläche aus Monitoren wird interaktiv gearbeitet – immer und überall! Die Daten liegen auf einem Server, einer sogenannten Cloud, auf den alle Mitarbeiter Zugriff haben.

Auch wenn bereits interaktive Wände und Tische in der Entstehungsphase sind, steht die Forschung in diesem Bereich zum momentanen Zeitpunkt aber noch am Anfang der Entwicklung.

Die Frage nach der Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit wird auch in der Zukunft eine große globale Herausforderung sein – ebenso wie die CO2-Bilanz. Bereits seit 20 Jahren wird von einer papierlosen Zukunft gesprochen. Und genauso wenig wie man heute ohne Papier auskommt, wird man es auch in den nächsten 20 Jahren nicht gänzlich können. Stattdessen glauben Forscher, dass Papier kein Standard-Arbeitsmittel mehr sein wird, sondern eine wertvolle Ressource. Dokumente von Wert, wie Vertragsunterlagen oder Urkunden, werden ebenso wie heute digital und als Printprodukt gesammelt und archiviert. In welcher Form man das Papier aber nutzt, ob digital, wiederbeschreibbar, lösch- und auslesebar, ist momentan noch rein spekulativ.

Da aber Mobilität im Laufe der Jahre eine große Rolle spielt, scheint es sinnvoll, dass es den herkömmlichen Bürodrucker wohl nicht mehr lange geben wird. Drucker- und Druckerpatronen-Anbieter können aber erleichtert aufatmen – auch Büros in der Zukunft werden nicht gänzlich ohne Papier und Drucker auskommen.

Mehr Produktivität durch Mobilität, Flexibilität und Kreativität

Immer seltener sind Arbeitnehmer an einen festen Platz gebunden, stattdessen wird Home Office zur Selbstverständlichkeit. Die Verstärkung der dezentralen Arbeit erschafft zukünftig mehr virtuelle Arbeitsräume. Die feste Aufteilung von Schreibtischen und Büroräumen werden der Vergangenheit angehören, stattdessen wird Mobilität und Flexibilität großgeschrieben. Büros sollen als gemütliche Rückzugsorte fungieren, in denen die Menschen kreativ und nach eigenem Tempo arbeiten können. Man ist davon überzeugt, dass dies auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben wird, denn „sitzlose“ Büros sind nicht nur gesünder, sondern auch produktiver. Die Devise lautet: Jeder schaffe sich eine optimale Arbeitsumgebung. Denn die Risiken von zu viel Sitzen sind schwerwiegend:

  • Ein erhöhtes Krebsrisiko
  • Rückenprobleme
  • Eine verringerte Lebenserwartung
  • Unproduktivität in Meetings und am Arbeitsplatz

Auch die Unternehmensstrukturen müssen sich diesem Wandel anpassen. Kommunikation, ob virtuell oder Face-to-face, nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Die sogenannte Generation Y, junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, legen immer mehr Wert auf flache Hierarchien, Eigeninitiative und Kreativität. Sie wollen ein Mitspracherecht bei der Arbeit und eine individuellere Arbeitssituation.

Die Prognosen im Überblick:

  • Flache Hierarchien
    (Abschaffung von bürokratischen Hürden und negativen Einflüssen auf die Unternehmenskultur)
  • Größere Rolle des Home Office
    (Es bietet Potenzial und enorme Vorteile. Durch die Virtualisierung ist ein fester Standort nicht mehr notwendig.)
  • Umgang mit neuen Techniken
    (Durch Clouds und drahtlosen Zugriff auf alle Ressourcen sollen Arbeitsvorgänge optimiert werden.)
  • Flexiblere Arbeitszeiten
    (Individuelle Zeiten bedeuten mehr Produktivität.)

Modernes Arbeiten ist keine Zukunftsmusik

Moderne Raumkonzepte sind ein aufkommender Trend, den einige Firmen bereits unterstützen. So ist der Möbelhersteller Steelcase in Rosenheim der Meinung, dass mobile Arbeitsplätze die klassischen Büros vertreiben und stationäre Schreibtische veraltet sind. Viele Mitarbeiter dieses Unternehmens arbeiten mobil, und wenn sie im Firmengebäude sind, haben sie kein persönliches Büro. Durch die webbasierte Firmensoftware kann man sich bei Bedarf ein Zimmer buchen – selbst einige der Vorstandsmitglieder nutzen diese Möglichkeit und verzichten gänzlich auf ein eigenes Büro. Durch kabelloses Internet und Stromanschlüssen in jedem Winkel bietet die Firma sowohl ein Arbeiten am Tisch als auch mit einem Tablet auf der Couch. Hauptsache der Mitarbeiter fühlt sich wohl und kann dadurch besser arbeiten.

Auch wenn sich die Technik für das Büro der Zukunft noch in der Entwicklung befindet, der Wandel in den Büroanlagen findet hingegen genau in diesem Moment statt.

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