Crowdinvesting – die alternative Finanzierung für Start-Ups

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© alphaspirit, depositphotos.com

Crowdinvesting ist für Start-Ups eine gute Alternative um ohne Banken und verlangte Sicherheiten auszukommen. In diesem Fall handelt es sich um private Investoren als Geldgeber, die über Plattformen speziell für Crowdinvesting und Crowdfunding zu finden sind. Sie unterscheiden sich in der Regel durch die Mindestbeträge was das Investitionsvolumen angeht, sowie durch die entsprechenden Beteiligungen an den unterschiedlichen Projekten.

Beim Crowdinvesting geht es allerdings nicht um einen alleinigen Geldgeber wie das beispielsweise bei den sogenannten Business Angels der Fall ist, sondern um zahlreiche verschiedene Investoren, weshalb Crowdinvesting auch mit einer Schwarmfinanzierung vergleichbar ist.

In Deutschland ist Crowdinvesting für Start-Ups schon seit etwa fünf Jahren deutlich im steigenden Kurs, in den USA ist diese Finanzierungsform für interessante Projekte und Gründer schon seit langem etabliert.

Für welche Start-Ups ist Crowdinvesting besonders interessant?

Vor allem innovative Hightech Projekte eigenen sich aufgrund der hohen Entwicklungskosten und der notwendigen Herstellung von Prototypen hervorragend für Crowdinvesting, da diese Art von Start-Ups in der Regel für Banken nicht besonders interessant sind. Die zahlreichen kleineren Investoren sichern sich durch diese Crowdfunding Projekte meistens schon vor der Fertigstellung ihre Produkte, also nicht unbedingt die Anteile an den jeweiligen Unternehmen.

Crowdinvesting wird bereits erfolgreich für Bereiche wie erneuerbare Energien,  Immobilien, Film und Kunst, sowie natürlich auch für mittelständische Unternehmen und Start-Ups erfolgreich angewendet. Es bietet unter anderem auch die Chancen neue Kunden eng an das zukünftige Unternehmen zu binden und erfolgreiche Marketingstrategien und bereits vorhandene Vertriebswerkzeuge viel besser auszunützen.

Warum ist Crowdinvesting überhaupt für die Investoren interessant?

Bei Crowdinvesting haben Investoren die Möglichkeit, sich auch mit kleinen Summen (je nach Portal schon ab 5 Euro) an interessanten Projekten zu beteiligen und Einfluss auf die wirtschaftlichen Erfolge zu haben. Die privaten Anleger können sich direkt mit den Initiatoren der Projekte austauschen, was zu einer persönlichen Identifikation zu dem jeweiligen Start-Up führen kann.

Durch die Beteiligung als Investor kann man langfristig von dem möglichen Renditepotenzial profitieren und hilft neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auch besteht für viele private Investoren ein großer Reiz,  zum Wachstum der deutschen Wirtschaft beizutragen.

Was die Verluste angeht, so sind diese von den jeweiligen Beteiligungsformen abhängig. In der Regel gehen die Investoren beim Crowdinvesting allerdings leer aus, falls es zu einer Insolvenz kommt.

Welche Anlaufstellen gibt es für die Finanzierung von meinem Start-Up?

Anlaufstellen für Crowdinvesting sind Plattformen im Internet wie zum Beispiel Seedmatch, Startnext, Companisto, VisionBakery, Smava und auch Kickstarter. Bei der Suche nach Investoren ist es allerdings wehr wichtig, eine für das Start-Up passende Plattform für Crowdfunding oder Crowdinvesting auszuwählen, da sie sich durch verschiedene Kategorien für die entsprechenden Projekte unterscheiden, sowie natürlich auch durch die jeweiligen Zielgruppen.

Die aktuelle Geschäftsentwicklung wird an die Crowdinvestoren in Form von regelmäßigen Updates vorgelegt. Auch hier gibt es bei der vorgeschriebene Zeit einige Unterschiede bei den verschiedenen Plattformen für Crowdinvesting. Wichtig ist übrigens auch, auf die jeweiligen Kündigungsmöglichkeiten der Anleger während der Laufzeit zu achten.

Auf was ist beim Crowdinvesting zu achten?

An erster Stelle steht die Auswahl der passenden Plattform um überhaupt Kontakt zu zukünftigen Anlegern zu finden. Allerdings ist auch mit der besten Plattform für Crowdinvesting der Erfolg nicht unbedingt garantiert um die notwendige Finanzierung für ein Start-Up zu erhalten. Zu den Vorbereiten gehört auf jeden Fall erst einmal ein gut ausgearbeiteter Business- und Finanzierungsplan, da eine Beschreibung mit Bildern alleine nicht ausreichend ist. Je überzeugender das Projekt ist, desto einfacher ist es dann auch, die benötigten Investoren zu finden.

Die Ausgaben für das im Crowdinvesting enthaltene Kapital sollte auf jeden Fall in einem gut ausgearbeiteten Finanzierungsplan berücksichtigt werden!

Was hat es mit den Nachrangdarlehen auf sich?

Nachrangdarlehen für Start-Ups sind beim Crowdinvesting möglich, sie werden als Zwischenfinanzierung oder auch zu Expansionszwecken verwendet. Sie sind allerdings nicht mit einer normalen oder traditionellen Anleihe vergleichbar, da im Fall von einer Insolvenz so gut wie keine Liquidationserlöse möglich sind. Vor allem Start-Ups die noch im Forschungsstadium sind, haben beispielsweise im Vergleich zu Immobilienprojekten aufgrund des höheren Risikos weniger Chancen auf ein Nachrangdarlehen.

Ansonsten kann ein Nachrangdarlehen für Investoren durchaus viel interessanter sein, als die Finanzierung eines noch unbekannten Start-Ups, um sich laufende Zinsen oder andere langfristige Vorteile zu sichern.

Fazit

Crowdfunding für Start-Ups und Unternehmen ist unter dem Begriff Crowdinvesting bekannt. Im Vergleich zu der klassischen Form von Crowdfunding bei der im Prinzip keine Absichten auf finanzielle Gewinne bestehen, erhalten die Anleger beim Crowdinvesting im Erfolgsfall eine interessante Beteiligung. Die Rechte der Investoren sind in Deutschland übrigens geschützt, da sie unter das Kleinanlegerschutzgesetz fallen.

Beim Crowdinvesting gibt es für die Verwendung vom Kapital unterschiedliche Varianten.  In der Regel wird über die Plattformen für die Start-Ups auf die Masse losgegangen und eher kleinere Beträge von den Investoren gesammelt. Die Beteiligungsvarianten werden vertraglich festgelegt, bei einem neuen Start-Up ist deshalb unbedingt auch auf den genauen Anteil der Investoren zu achten, da sich viele Eigentümer einen Mehrheitsanteil sichern möchten falls die gesetzten Ziele erreicht werden.

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